Kassenzettel-Lotto

Ein Haushaltsbuch zu führen ist eine durchaus sinnvolle Sache und da ich bereits Abends vergessen habe wofür ich Morgens mein Geld ausgegeben habe oder einfach nicht jeden Tag dazu kommt alles einzutragen, kann es vorkommen, das sich doch mal ein paar Kassenzettel in meinem Geldbeutel ansammeln. So ging es auch im Urlaub in Taiwan. Dort sammeln aber alle ihre Kassenzettel und man hat egal wo man einkaufen geht eigentlich keine Chance den Bon nicht anzunehmen. Das ganze hat auch seinen Grund: Die Kassenzettel sind gleichzeitig auch noch Lotterielose. Früher lief ein nicht geringer Teil der Geschäfte unter der Ladentheke und der Staat bekommt dann natürlich auch keine Steuern. Daher hat man 1951 damit angefangen auf jeden Kassenzettel eine Lottonummer zu drucken. Die Chance etwas zu gewinnen wollte sich natürlich keiner entgehen lassen und die Steuereinnahmen gingen nach oben.

Taiwan Lotto

Taiwan Lotto

Gewinnen kann man alle 2 Monate und die Ziehung für März/April war jetzt am 25. Mai. Die Nummern und was man bei einem Gewinn zu tun hat, kann man HIER nachlesen. Hab leider nichts gewonnen.

Und ich weiß, dass ich den Artikel in der Kategorie Japan veröffentliche. Als ewig gestriger Nationalist bin ich der Meinung, dass Formosa zu Japan gehört oder es sich wegen den drei Artikeln die ich über Taiwan schreiben werde nicht lohnt. Sucht es euch aus.

Ich werd alt

Es gibt so Momente im Leben, da fühle ich mich richtig alt. Das kann ein Geburtstag sein, muss aber nicht.
1992 wurden die Baureihe 300 des Shinkansen in Japan eingeführt. Zu Beginn exklusiv als Nozomi, also der schnellsten Verbindung mit den wenigsten Zwischenstopps. Richtig beschissen! Warum? Weil man mit dem Railpass keinen Nozomi nehmen darf und ich somit den Zug nur am Bahnhof bewundern durfte und nicht mit ihm fahren konnte. Im Laufe der Jahre wurde die Baureihe dann auch für Hikari- und Kodama-Verbindungen genutzt und ich bin dann auch noch damit gefahren.

Shinkansen Baureihe 300

Shinkansen Baureihe 300

Und da den technischen Fortschritt in seinem Lauf weder Ochs noch Esel aufhalten können, wurde er mittlerweile komplett durch neuere und modernere Züge ersetzt. Er bleibt aber für mich immer der Zug mit dem ich unbedingt mal fahren wollte.

Sample Food

Jetzt kommt endlich mal was zu meiner letzten Japan-Reise. Hat ja keinen Monat auf sich warten lassen… Immerhin hab ich eine gute Ausrede für alles: Meine Depression! Yeah!
Wer schon mal in Japan war kennt es von so gut wie jedem Restaurant, das aus Plastik nachgebildete Essen.

Plastik Essen in Nara

Plastik-Essen in Nara

Da ich es schon aus meiner Kindheit kenne und es für mich normal ist, habe ich es bis zur Japan-Reise 2010 mit meinem damaligen Mitbewohner nicht groß beachtet. Wenn man aber noch nie in Japan war und das japanische Essen nicht kennt und auf der Karte nichts lesen kann, dann sind die Nachbildungen eine echte Hilfe.
Aber auch jetzt war mein Interesse noch nicht besonders groß. Bis zu dem Tag an dem meine Mutter Plastik-Essen selber gemacht hat. Das Plastik-Essen fällt nämlich nicht einfach vom Himmel, das wird für jedes Restaurant extra in Handarbeit hergestellt. Deswegen ging es diese mal nach Gujo, einem kleinen „Dorf“ in der Gifu-Präfektur, also bei meiner Oma ums Eck.
Dort habe ich dann mit Hilfe dieses netten Mannes einen Salatkopf und Tempura gemacht

Plastik-Essen-mach-Mann

Plastik-Essen-mach-Mann

Der Stand gehört zu Ganso Sample, der Firma vom Großvater des Plastik-Essens Ryuzo Iwasaki. Da kann man nicht nur vor Ort Sachen selber machen oder fertige Schlüsselanhänger kaufen, sondern auch ganze Gerichte zum mitnehmen und zu Hause selber machen. Und gestern hab ich es dann endlich geschafft Cha-Han zu machen, daher auch jetzt der Artikel.

Bento

Bento

Wie man sieht, sind die einzelnen Bestandteile schon fertig und man muss echt nicht mehr viel selber machen. Hab mir für den Anfang auch extra eines der einfachsten Gerichte ausgesucht. Einzig die billige Schüssel und der Löffel sind nicht so toll. Hier ist es wieder von Vorteil, wenn die halbe Familie was mit Porzellan am Hut hat, da kann man dann einfach mal einen Teller und einen Löffel dafür opfern um das Plastik-Essen optisch aufzubessern.

Geschirr

Geschirr

Wenn man dann fertig ist, sieht das ganze so aus, als hätte man versucht sein Essen in Mayonnaise zu ertränken.

Mayonnaise

Mayonnaise

Wenn der Kleber aber erst mal trocknet, dann wird er transparent und das Essen sieht so aus, wie es soll:

Cha-Han

Cha-Han

Von so einer Portion allein wird man nicht satt, daher gibts dazu mehr oder weniger passend Salat und Tempura

Essen Fertig!

Essen Fertig!

Mal schauen wie lange es diesmal bis zum nächsten Artikel dauert. Es werden wetten angenommen.