KAL 007

Wird echt mal Zeit hier wieder was zu schreiben.
Erinnert sich noch jemand an den Kommentar mit dem Flug über Alaska? Nein? Auch egal. Früher (ja ich bin alt) mochte der Russe es nicht, wenn ausländische Flugzeuge über seinem Gebiet flogen, die könnten ja alle nebenher noch ein wenig für den Feind spionieren. Haben ein paar auch tatsächlich gemacht. Daher gingen bis vor 25 Jahren die Flüge aus Europa Richtung Japan zum Teil über den Atlantik mit Zwischenlandung in Anchorage, Alaska. Aber selbst das war nicht ganz sicher, wie Korean Air Lines Flug 007 trauriger weise beweist. Die haben sich am 1. September 1983 verflogen und wer in den letzten Tagen Nachrichten gesehen hat, der weiß zu was Flugabwehrraketen russischer Bauart in der Lage sind und kann sich den Rest denken. Jetzt können wir mal sehen, ob sich seit 1983 irgendwas geändert hat, dieses mal alles lückenlos aufgeklärt wird, oder nicht.
In der Zwischenzeit viel „Spaß“ mit Gary Moore:

Kassenzettel-Lotto

Ein Haushaltsbuch zu führen ist eine durchaus sinnvolle Sache und da ich bereits Abends vergessen habe wofür ich Morgens mein Geld ausgegeben habe oder einfach nicht jeden Tag dazu kommt alles einzutragen, kann es vorkommen, das sich doch mal ein paar Kassenzettel in meinem Geldbeutel ansammeln. So ging es auch im Urlaub in Taiwan. Dort sammeln aber alle ihre Kassenzettel und man hat egal wo man einkaufen geht eigentlich keine Chance den Bon nicht anzunehmen. Das ganze hat auch seinen Grund: Die Kassenzettel sind gleichzeitig auch noch Lotterielose. Früher lief ein nicht geringer Teil der Geschäfte unter der Ladentheke und der Staat bekommt dann natürlich auch keine Steuern. Daher hat man 1951 damit angefangen auf jeden Kassenzettel eine Lottonummer zu drucken. Die Chance etwas zu gewinnen wollte sich natürlich keiner entgehen lassen und die Steuereinnahmen gingen nach oben.

Taiwan Lotto

Taiwan Lotto

Gewinnen kann man alle 2 Monate und die Ziehung für März/April war jetzt am 25. Mai. Die Nummern und was man bei einem Gewinn zu tun hat, kann man HIER nachlesen. Hab leider nichts gewonnen.

Und ich weiß, dass ich den Artikel in der Kategorie Japan veröffentliche. Als ewig gestriger Nationalist bin ich der Meinung, dass Formosa zu Japan gehört oder es sich wegen den drei Artikeln die ich über Taiwan schreiben werde nicht lohnt. Sucht es euch aus.

Straight Outta Seattle

Nachdem ich ihn diese Woche schon als Hintergrundberieselung im Müller gehört habe (manchmal läuft da tatsächlich gute Musik) und sein Song Can’t Hold Us die Musik im neuen Outlook Werbespot von Microsoft ist, habe ich das mal als Zeichen aufgefasst endlich mal über Macklemore zu schreiben. Das mag jetzt einige hier überraschen, aber hin und wieder höre auch ich Hip Hop. Zumindest wenn er von einem Weißen aus Seattle gemacht wird. Ist natürlich quatsch. Wenn er gut gemacht ist, dann hat auch Rap bei mir eine Chance. Intelligente Texte Schaden dabei übrigens auch nicht.
Jetzt darf ich mich mal ein wenig wie ein Hipster aufführen. Ich hab ihn schon vor dem Release seines Albums The Heist gekannt, nämlich seit seiner Party-Hymne And we Danced seinem Dave Niehaus Tribute Song:

Und da es zur aktuellen Diskussion über die Homo-Ehe passt (so lange es den Zusatz Homo braucht, wird das nichts mit der Gleichstellung) und beweist, dass nicht alle Rapper homophobe Arschlöcher sind Same Love:

Is it racist?

Hier mal ein paar Anekdoten die man wenn man möchte zum nächsten Twitter-Skandal #isitracist? aufblähen kann oder zum einfach darüber schmunzeln.

Meine Mutter lebt mittlerweile über die Hälfte ihres Lebens in Deutschland und wurde erst vor zwei Wochen mal wieder für ihr gutes Deutsch gelobt. Dieses mal übrigens von Gerhard Mayer-Vorfelder. Mit ihm als Präsident hat es der VfB Stuttgart unter anderem geschafft in die zweite Liga abzustürzen, beinahe über die Fiskalklippe zu springen und auch zweimal deutscher Meister zu werden. Wer erinnert sich nicht gern daran? Naja äh ich zum Beispiel. So zurück zum Rassismus, äh zu meiner Mutter. Wenn ihr nicht deutsch ausseht, dann werdet ihr immer mal wieder für euer gutes Deutsch gelobt. Das wird nie aufhören! Liebe in Japan lebenden Nicht-Japaner, das gilt auch für euch, lernt damit klar zukommen und steht drüber. Oder schreit laut Rassismus, mir doch egal.
Dafür erwartet mach von euch Westlern auch nie, dass ihr euch 100% japanisch benehmen könnt und werdet nicht von oben herab behandelt wie die ganzen anderen Asiaten in Japan.
Es hat auch andere Vorteile wenn man anders aussieht. Hattet ihr mal Probleme euch im Elsass zu verständigen, da euer französisch super eingerostet ist und euer gegenüber kein deutsch kann? Das Problem kennt meine Mutter nicht, bei ihr können sie plötzlich alle zumindest rudimentäres deutsch.
Und letzte Woche habe ich Hotelzimmer für meine nächste Japan-Reise reserviert. Zur Reise selber schreibe ich per Gelegenheit mal was. Ich geh also auf die Internetseite einer bekannten japanischen Hotelkette die auch über eine englische Version verfügt und möchte Zimmer reservieren. Bezahlen möchte ich bar im Hotel, Japan ist und bleibt nun einmal ein Bargeld-Land. Dafür müsste ich aber meine Kreditkartendaten angeben, damit sie für den Fall, dass ich nicht erscheine trotzdem Geld bekommen. Meine Mutter hat dort auch schon Zimmer reserviert und musste nie ihre Kreditkartendaten angeben. Warum? Weil sie japanisch lesen kann und auf der japanischen Homepage geht es auch ohne. Wer japanisch lesen kann erscheint wohl immer oder storniert zumindest rechtzeitig. Hab dann schlussendlich auf japanisch reserviert.

War wohl doch nicht alles zum schmunzeln, bin dann mal bei Twitter.

Eins noch, hätte ich fast vergessen, aber da man mit dem Finger nicht immer nur auf andere zeigen soll: Wenn ich erfahre, dass ihr oder eure Eltern aus Vietnam kommen, dann gehe ich automatisch davon aus, dass mindestens einer eurer Verwandten einen Asia-Laden betreibt und bis jetzt hatte ich immer recht.

Japanischer Migrationshintergrund

Am 12. 01.2012 hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung den Zweiten Indikatorenbericht vorgestellt. Der Indikatorenbericht erlaubt einen objektiven und datenbasierten Einblick in die Lebenssituation von Personen mit Migrationshintergrund.
Und jetzt gibt es von mir einen subjektiven, datenlosen, sehr begrenzten Einblick in die Lebenssituation von ein paar wenigen Personen mit japanischem Migrationshintergrund. Da bei mir der Geburtsort mindestens eines Elternteiles außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt sowie eine Zuwanderung dieses Elternteiles in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte, zähle ich auch zu den Personen mit Migrationshintergrund.
Was die Deutschkenntnisse betrifft , macht es einen Unterschied, wo man lebt, ob man männlich oder weiblich ist und ob man wegen der Arbeit oder wegen der Liebe nach Deutschland gekommen ist. Ein in Düsseldorf arbeitender Japaner, der ursprünglich nur für ein paar Jahre oder ein Projekt nach Deutschland sollte und dann hängen geblieben ist, kann auch nach einer halben Ewigkeit noch kein brauchbares Deutsch. Auf der Arbeit wird japanisch oder englisch gesprochen, einkaufen tut die Frau und wenn man die Wohnung mal nicht zum arbeiten verlässt, dann verbringt man die Zeit im japanischen Viertel. Der Freundeskreis besteht auch zum größten Teil aus Japanern. Hat einen die Liebe aufs Land verschlagen, dann lernt die Japanerin recht schnell deutsch. Einkaufen funktioniert auf dem Land nur auf deutsch, andere Japaner sind weit entfernt. Zu Beginn verbringt man, wenn der Mann auf Arbeit ist die meiste Zeit mit den Schwiegereltern und wenn die englisch können, dann hat man schon Glück gehabt. Wer mehr soziale Kontakte haben möchte, als einmal im Monat zu einem Japanertreff zu fahren, der hat dann auch deutsche Freunde.
Wenn man wegen der Arbeit aus Japan nach Deutschland kommt dann hat man recht sicher eine höhere Schulbildung. Man holt eher keine Hilfsarbeiter extra aus Japan. Mehrere Reisen ins jeweils andere Land, ohne das sie von einem Arbeitgeber bezahlt werden sind auch nicht billig und schränken die sozialen Milieus aus denen die Leute kommen schon recht stark ein. Eine höhere Bildung der Eltern hat unabhängig von einem Migrationshintergrund deutlich positive Auswirkungen auf die Schulbildung der Kinder.
Wird man in Deutschland diskriminiert? Da ich komischerweise einen deutschen Nasenrücken und braune Haaren habe, kann ich eigentlich nicht wirklich mitreden. Aber was man so mitbekommt, ja es kommt vor. Fremdenfeindliche Arschlöcher gibt es überall.
Und wie sieht es mit den Sprachkenntnissen der Kinder aus? Es gibt ja Migrantenkinder die nur eine wirre Mischung aus beiden Sprachen aber keine Sprache so richtig beherrschen. Deutsch können alle Kinder von Japanern die ich kenne fließend. Bei den Japanischkenntnissen hängt es wieder davon ab, ob man in Düsseldorf lebt, auf eine japanische (Sonntags-)Schule geht und ob der japanisch sprechende Elternteil sich um die Erziehung kümmert. Ein riesiger Nachteil ist es übrigens, wenn man nicht das älteste Kind ist, denn dann ist immer jemand in der Nähe der sich mit einem auf deutsch unterhält.
Falls mir noch mehr einfällt oder ich mir den Bericht mal ernsthaft durchgelesen habe, wird der Artikel eventuell noch ergänzt, überarbeitet oder es gibt noch einen zweiten Artikel. Bis dahin bleibt es bei diesem Geschreibsel.

Walfang

Eigentlich ein Thema zu dem ich nichts schreiben wollte. Blöderweise haben die Japaner aber Hilfsgelder, die für die Opfer des Tohoku-Bebens vorgesehen sind in ihre Walfangflotte gesteckt (Korrektur, siehe Kommentare). Kann doch nicht so schwer sein Geld ein paar mal im Kreis zu schieben bis keiner mehr weiß wo es ursprünglich her kommt. Die Isländer und Norweger stellen sich irgendwie klüger an, da gibt es weit weniger Proteste. Oder die Südkoreaner, dort gibt es einfach gehäuft tödliche Bootsunfälle mit Walen und keiner protestiert. Daran, dass die Wale in Japan zu wissenschaftlichen Zwecken gefangen werden, glaubt doch auch keiner. Die haben jedes Jahr das gleiche im Magen, einen Berg aus Plastik. Dass die Wale anschließend in Supermärkten landen, ist dann übrigens wieder im Sinne der Regeln, dass zu Forschungszwecken getötete Wale möglichst vollständig verwertet werden sollen. Dazu gehört eben auch der Verkauf des Fleisches. Nur will es dort kaum noch jemand kaufen. Ich zum Beispiel kenne niemanden der es mag, die meisten Jüngeren haben es noch nie oder nur einmal probiert. Die  älteren Japaner kennen es noch als Schulessen nach dem Krieg und haben es nicht in bester Erinnerung. Es wird nicht grundlos subventioniert. Womit wir bei den Lieblingsargument der japanischen Regierung sind, man müsse Walfang betreiben und subventionieren, da einige Regionen Japans wirtschaftlich von ihm abhängig sind. Kennt man ja auch von Agrar-Subventionen aus der EU. Dort bekommen Bauern so viele Subventionen, dass wir dadurch in der Lage sind Brasilien Zucker zu verkaufen und mit billigem Milchpulver Bauern in Afrika in den Ruin zu treiben. Sind die Orte vom Walfang abhängig und müssen subventioniert werden oder werden sie subventioniert und haben daher keinen Grund nach Alternativen zu suchen? Ein Henne-Ei-Problem. Am Ende hat man auf jeden Fall zu viel Milch und Zucker in Europa und in Japan Kühlhäuser voll mit Walfleisch. Das ist übrigens fast ausschließlich Fleisch von laut IUCN nicht gefährdeten Zwergwalen, die Anzahl der in den letzten Jahren getöteten gefährdeten Finn- und Buckelwale kann man an einer Hand abzählen. Macht den Walfang noch lange nicht zu etwas tollem, aber es sollte mal erwähnt werden. Und weil ich es in den letzten Tagen öfter mal gelesen habe, mir wäre es neu, dass irgendwelche Japaner Teile der Wale zur Potenzsteigerung essen.
Gründet halt einfach eine Abfindungsgesellschaft die alle vom Walfang abhängigen Japaner auffängt und nehmt dafür die Subventionsgelder. Hat bei der Privatisierung von Japanese National Railways doch auch geklappt. Und schenkt den drei Japanern die mit heulen anfangen weil es keinen Wal mehr zu essen gibt einen Kecks.

Fast Drei Prozent

Gnihihi, ich glaube mehr muss man im Moment zur FDP echt nicht mehr sagen.
Und zur NPD, ja die sind immer noch im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, aber wenn man es mal von der anderen Seite sieht, sie haben bei gesunkener Wahlbeteiligung ihr Ergebnis von 7,3 auf 6% verschlechtert, als gut jeden fünften Wähler verloren. Spielt euch also bitte nicht als die großen Wahlgewinner auf, ihr macht euch nur noch lächerlicher als ihr eh schon seid.

It Gets Better Project

Das It Gets Better Project wurde im September 2010 von Dan Savage und seinem Mann nach einer Reihe von Selbstmorden homosexueller Jugendlicher oder solcher die man für schwul hielt, gegründet, damit Teenager die ähnliches durchmachen eine Anlaufstelle haben und jemanden der ihnen Mut zu spricht. Jeder der möchte kann sich auf itgetsbetter.org beteiligen, indem er Geld spendet, ein T-Shirt oder das Buch It Gets Better: Coming Out, Overcoming Bullying, and Creatin a Life Worth Living kauft oder auch einfach nur selbst ein Video macht in dem er LGBT-Teens, also Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern sagt, dass es besser wird. An der Video-Aktion beteiligen sich auch immer mehr Prominente, nicht nur Homosexuelle wie Ellen DeGeneres und Neil Patrick Harris (Ja, der Barney Stinson) sondern auch Politiker wie Barack Obama, Joe Biden und Hillary Clinton, Moderator Stephen Colbert,  die Schauspieler Anne Hathaway und Tom Hanks, Musiker wie Justin Bieber (wenn er mal was richtig macht, kann man es auch erwähnen), Lady GaGa und Rise Against (Make it Stop (September’s Children) auf Endgame)). Firmen wie Apple, Microsoft, Google, Visa sind auch dabei. Aus der Welt des Sports bisher hauptsächlich Teams aus der MLB, da waren die San Fransisco Giants die Vorreiter, danach kamen bisher noch die Orioles, Red Sox, Cubs und Rays. Da eine Online-Petition eines schwulen Irak-Veteranen und Mariners Fan gab, war es nur noch eine Frage der Zeit bis sich die Mariners auch daran beteiligen und da man keine halben Sachen machen wollte, haben sich gleich alle 4 großen Teams zusammen getan. Mit im Video dabei sind  MikeFrucito und Roger Levesque (Sounders), Lauren Jackson und Swin Cash (Storm), Mike Williams (Seahwaks) und von meinen Mariners Brandon League und Brendan Ryan (Die Schreibweise der Vornamen und Brendans Bart, echt jetzt…)

Edit: Dank meiner Verplantheit habe ich vergessen die deutsche Version der Projekts zu erwähnen: Es wird besser!

Heisei

Am 15. August 1945 kapitulierte Japan und der zweite Weltkrieg war damit endlich beendet. Dieses Jahr ist zum Glück kein ranghoher Politiker zum Yasuniki-Schrein gegangen um der Kriegsopfer zu gedenken, denn in diesem Schrein sind nicht nur Familienmitglieder von mir sondern auch 14 wegen Verbrechen gegen den Weltfrieden Verurteilte und über 1000 weitere wegen Verbrechen während des Krieges Verurteilte. Man könnte wenigsten die Haupttäter entfernen, und ja obwohl gerne anderes behauptet wird, können einzelne Kami entfernt werden. Aber mit  Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung der Kriegsverbrechen tun sich die Japaner bis heute ungemein schwer. Über die Massaker von Nanking würde man am liebsten einen großen Mantel des Schweigens werfen. Wie die heute noch in Japan lebenden Koreaner nach Japan gekommen sind fragt man besser auch nicht und bis heute streitet man sich darum ob die Trostfrauen das nicht doch ohne Zwang getan haben.
Aber zumindest verfügt Japan seit dem Kriegsende offiziell über keine Armee mehr und macht sich stark für eine Welt ohne Atomwaffen und ist außerdem durch und durch pazifistisch. Wird uns zumindest gerne erzählt. Die Yoshida-Doktrin hat mit Pazifismus aber recht wenig zu tun, es geht eher darum wie man möglichst schnell wieder zu einer starken Wirtschaft kommt. Geld für eine Wiederbewaffnung zu verschwenden wenn einen amerikanische Truppen umsonst verteidigen? Braucht man nicht. Reparationen musste man zum Glück auch keine zahlen, Taiwan wurde von dem Amerikanern überredet keine zu fordern, Korea hatte 1950 ganz andere Probleme und Mao Geld geben, da hatten auch die USA etwas dagegen. Als es der Wirtschaft wieder besser ging, hat man erst angefangen die Amerikaner finanziell für ihre Truppenstützpunkte zu unterstützen und auch langsam seine Selbstverteidigungsstreitkräfte, die natürlich keine Armee sind zu bewaffnen. Mishima Yukio beging unter anderem weil er es für eine Schande hielt, dass sein Land nicht über ein starkes Militär verfügt Selbstmord und nicht wenige teilten seine Meinung. Später gab es dann auch für China Wirtschafts– und Entwicklungshilfe nicht zu verwechseln mit Reparationen. Die Nichtteilnahme am Koreakrieg fanden alle toll, am Vietnamkrieg beteiligte sich Südkorea mit 50000 Mann, Japan mit 0. Die Wirtschaft wuchs unaufhörlich. Die Nichtteilnahme am zweiten Golfkrieg kam dann aber wieder einer internationalen Demütigung gleich, daran konnte auch das viele Geld mit dem man sich beteiligte nichts ändern. Die Minenräumer hat auch keiner ernst genommen. Damit sich das nicht wiederholt, beteiligte man sich danach auch mit Soldaten an verschiedenen UN-Missionen und war auch beim Afghanistankrieg und beim dritten Golfkrieg vorne mit dabei. Zwar keine Kampfeinsätze aber rein friedenserhaltend sind die Einsätze dann doch nicht und an ein UN-Mandat für Irak kann ich mich nicht erinnern. Wofür die Japaner für die Landesverteidigung in der Lage sein müssen ihre Kampfjets in der Luft betanken zu können ist mir auch noch nicht ganz klar. Über Hubschrauber- und Flugzeugträger wird auch immer mal wieder diskutiert. Wie wäre es mit kapitalistischem Pazifismus als Begriff daür?
Bleibt noch die Geschichte mit den Atomwaffen. Die Japaner haben keine eigenen. So, dass war der positive Teil der Geschichte. Ähnlich wie beim Militär, wozu was teures eigenes wenn es die Amerikaner gibt. Die Japaner wusste über amerikanische Atomwaffen auf Okinawa Bescheid und so mancher begrüßte sogar ihre Stationierung. Nicht ohne Grund hat man die Three Non-Nuclear Principles eher die 2 1/2 genannt. Für eine Regierung die keine eigenen Atomwaffen möchte, hat man den Chinesen für meinen Geschack etwas zu oft erzählt wie schnell man dank der zivilen Nutzung der Atomkraft Atomwaffen bauen kann und auch wie viele. Man hat keine eigenen Atomwaffen, weil es nicht nötig ist, nicht weil man keine möchte.
Wer von den damals noch G7 nach dem Tian’anmen-Massaker als erstes die Beziehungen zu China normalisiert und wieder fröhlich Handel betriebt, kann man sich jetzt auch schon denken.
Das die aktuelle Regierungsdevise des Tenno Heisei also Friede überall lautet ist nett, mehr nicht. Das wichtigste ist immer noch das Wohlergehen der Industrie. Japan ist nicht immer fremd und geheimnisvoll sondern auch mal wie der Kapitalismus in Reinform.

Franziska Knuppe – A Pop-Song Review

Vortrag: Teile des Artikels wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag geschrieben und sind daher möglicherweise ziemlicher Müll, da ich aber schon so lange nicht geschrieben habe und doch ein paar Leute gefragt haben wie es mir so geht, wird der Artikel als Lebenszeichen leicht nach-bearbeitet, trotzdem veröffentlicht.

Meine Mama ist in Japan und mein Vater in Freiburg und ich kann nicht schlafen. Daher habe ich gerade eben auch den Homerun von Lance Berkman gesehen, der erlebt gerade seinen zweiten Frühling und hat außerdem, was leider immer seltener wird mehrere gute Spitznamen, neben Big Puma auch noch meinen Liebling Fat Elvis. Puma ist auch eine mehr oder weniger gelungene Überleitung zum Rest meines Tages. Ich war doch tatsächlich mal wieder freiwillig an einen Samstag in der Metzinger Innenstadt bei Fashion and Music. Warum? Weil ich einen auf VIP machen konnte und mir so das Kochen sparen konnte. Lecker wars und da ich beim Buffet Franziska Knuppe über den Weg gelaufen bin, kann ich alle Leute die mich in letzter Zeit auf meinen Gewichtsverlust aufmerksam gemacht haben beruhigen. Ich wiege definitiv zu wenig und ich bin mir dessen auch bewußt und arbeite daran, aber so ein Topmodel ist noch ein gutes Stück dünner und kippt auch nicht um. Und ja, auch Models essen, sogar ungesunden Süßkram. Nach dem Essen wollt ich dann noch einen Kaffee, bin also an die Bar und hab mir einen bestellt, in der Annahme ich könnte einen Kaffee zurück zu meinem Platz nehmen. Großer Fehler, der Kaffee wurde von einem Kellner die ganzen 3 Schritte weit zu meinem Platz getragen, ganz schön affig.
Jetzt zur Musik, da war es toll, dass man während den Umbaupausen aufs Klo gehen, sich was zum essen und trinken holen konnte und danach wieder direkt vor die Bühne laufen konnte. VIP sein ist nicht nur affig, manchmal ist es auch echt praktisch. Ach ja trinken, Red Bull und die drölfzig geschmacklich gleichen Energydrinks hat ja wohl jeder schon mehr oder weniger freiwillig getrunken. Monster, falls das einer kennt schmeckt wenigstens anders. Und zu meiner Überraschung gibt es tatsächlich trinkbare Energydrinks, nämlich Wild Fire mit Apfelgeschmack und weil es das für mich am Samstag umsonst gab Schwarze Dose, heißt tatsächlich so, mit der Power der Acai-Beere und einem wenn man es kauft völlig lächerlich hohen Preis. Auch da schenken die verschiedenen Getränke sich nichts, da hat Wild Fire ein Alleinstellungsmerkmal, es wird in Glasflaschen verkauft. Musik, da war ja noch was. Jenix und Alex Max Band tun keinem weh, man hat aber auch nichts verpasst wenn man nicht da war. Verpasst hab ich Joy Denalane, ich war zwischendurch zum Klamottenwechsel daheim, erstens wurde es kühler und zweitens kann man bei Fashion & Music ja nicht den ganzen Tag die gleichen Sachen tragen. Nachdem ich mich also zweimal durch die Menschenmassen gekämpft habe, ging es weiter mit Colbie Caillat, nachdem ich ja so ziemlich jeder Frau die singen und Gitarre spielen kann, etwas abgewinnen kann, war die Frau von der keiner so genau wusste wie man den Namen jetzt ausspricht keinen Ausnahme. Wäre sonst auch echt komisch, sich CDs von Jewel kaufen und dann Colbie Caillat nicht gut finden. Richtig gut fand ich neben ihrer Musik auch ihre Beine, die Frau und erst ihre Beine sehen schon recht gut aus. Danach kam Natalia Kills, die kennt man laut der Frau neben mir von Germanys Next Topmodel. Wegen einem Lied von ihr, nicht ihrem Äußeren. Bei den 3 Kilo Quatsch im Gesicht weiß wohl eh keiner wie sie wirklich aussieht. Davon kann man zwar erblinden aber wenn man will bestimmt auch unerkannt im Supermarkt einkaufen. Knapp bekleidet mit zwei zusätzlichen Tänzerinnen wurde Elektro-Pop vorgetragen den wirklich niemand braucht. Der Song der am Anfang gespielt wurde, den gab es doch nachher nochmal nur in laut, wenn man nicht genug Songs für 30 Minuten hat, dann soll man bitte daheim bleiben. Laut war es übrigens wirklich, man hat die Musik nicht nur am Lindenplatz gehört sondern auch bei mir daheim und das ist schon ein gutes Stück weit weg. Mal schauen wie viele Spaßbremsen sich über den Lärm beschweren werden, beim Maibaumhock muss die Musik ja auch schon vor 12 aus sein und es ging Freitag und Samstag jeweils gut nach Mitternacht weiter. Der Neuhäuser Maibaum hat es dieses Jahr übrigens keine 12 Stunden überstanden.
Letzter Künstler war Milow, den hatte ich eigentlich bei mir als Schnulzenbarde kategorisiert. Singen, gut aussehen und mehr nicht. Der Mann ist aber ein echt guter Singer-Songwriter mit Spaß in den Backen. Gitarre spielen kann er auch und die restlichen Musiker sind nicht nur zur Dekoration auf der Bühne und um Luft zu verbrauchen. Milow ist wohl doch nicht nur ein glatzköpfiger Belgier sondern eine Band die Stimmung machen kann, hätte ich jetzt nicht gedacht.
Geld für ein Konzertticket würde ich jetzt nicht unbedingt zahlen, da wohl Colbie Caillat und Milow in der Kategorie 50€+ liegen dürften, aber sonst würde ich mir die schon auch mal wieder anhören.
Auf schlechte Überleitungen verzichten wir jetzt ganz und kotzen uns mal kurz über die aktuelle Bundesregierung aus. Die will 200 Kampfpanzer an Saudi Arabien verkaufen. Die halten von Menschenrechten übrigens ungefähr genauso viel wie Iran und Nordkorea und warum die beiden Staaten keine schweren Waffen und den Kleinkram zumindest nicht offiziell von uns per Overnight Express geliefert bekommen dürfte klar sein. Iran und Nordkorea haben übrigens eine Gemeinsamkeit mit der Bundeswehr in Afghanistan, die bekommen auch keine deutschen Kampfpanzer, weil der bewaffnete Arm des THW da unten immer noch nur Brunnen gräbt und Schulen baut. Weiteres Highlight der Kasper aus Berlin, er wird wohl tatsächlich noch Steuersenkungen, damit will man aber noch warten, die Wahlen sind ja schließlich erst 2013 und der dumme Bürger hätte die Steuersenkung bis dahin bereits vergessen und die Partei der Steuersenker ein Problem mit der 5%-Hürde.
Und damit sich der Kreis schließt, geht jetzt nochmal um Baseball. Bis zu diesem Wochenende waren die Mariners das letzte Team, das bisher nur 5 verschiedene Starting Pitcher eingesetzt hat und keine verletzten zu beklagen hatte. Jetzt ist mit Erik Bedard dann doch noch einer auf der Disabled List gelandet, zum Glück nur ein Knieproblem und nicht wieder der Wurfarm. (Nachtrag, sein Ersatz Blake Beavan, den es übrigens letztes Jahr neben Justin Smoak im Cliff Lee Deal gab, brachte es auf 7 Innings, 3 Hits, 1ER) Das Pitching der Mariners leigt in so ziemlich jeder Kategorie unter den besten 5 (4. ERA, 2. CG, 4. SHO, 3. QS, 3. BAA, 2. OPS, 2 TB, 1. WHIP, 4. K/BB) meisten hinter den Phillies, Braves und Giants also Teams aus der National League und dabei ist Felix Hernandez in fast keiner Kategorie der beste Mariner. (Nachtrag, Hernandez und League sind beim Allstar Game dabei) Warum steht man dann trotzdem nur bei einer Bilanz von 41-43? Die Offense ist erneut die schlechteste der gesamten MLB und nichtmal auf Ichiro, der wird wohl in seinem 11. Jahr zum ersten Mal nicht mit zum Allstar Game gehen. (Jep, ist so)
Ich geb dem Schlaf jetzt noch eine Chance.