Daruma

Wie bereits angekündigt, jetzt ein eigener Artikel über das nicht-essbare Stehaufmönchchen, den Daruma. Bohdidharma war ein buddhistischer Mönche in China so um das Jahr 500. Wie und von wo er nach China kam, weiß man wie so vieles über ihn nicht wirklich. Er gilt aber als Begründer des Zen-Buddhismus, und er hat auch noch den Shaolin das Kämpfen beigebracht. Die netten Kampfmönche kennt man mittlerweile ja auch in Deutschland. Irgendwann hat er beschlossen zu meditieren, 9 Jahre lang! Dabei sind ihm irgendwann Arme und Beine abgefallen, die braucht man beim meditieren sowieso nicht. Da Meditieren auch sonst nicht sonderlich spannend ist, ist er dabei zwischendurch auch mal eingeschlafen. War nicht so toll. Damit das nicht nochmal passiert, hat er sich anschließend die Augenlider abgeschnitten. Vermutlich vor der Sache mit den Armen denn sonst wird die Geschichte noch merkwürdiger.
Daraus wurde dann im Laufe der Zeit diese kleine rundliche Figur ohne Arme und Beine mit weit aufgerissenen Augen. Wie jemand, der 9 Jahre lang meditiert ohne sonst etwas zu tun am Ende zu einem dicken Glücksbringer wird, ist mir aber auch noch nicht ganz klar. Jetzt ist es jedenfalls ein japanischer Glücksbringer. Die kleinen Stehaufmönchchen bekommt man ohne Augen, malt ein Auge an, gibt ihnen was zu essen und trinken und wünscht sich dann was. Das zweite Auge bekommt er, wenn der Wunsch in Erfüllung geht oder kurz vor dem Ende des Jahres, man will ja kein Unmensch sein. Danach bringt man ihn zurück zum Tempel wo er verbrannt wird.
Darüber, mit welchem Auge man anfängt hab ich schon alles mögliche gehört, ich fange mit seinem Linken an. Warum? Darum(a)! Es ist sowieso viel wichtiger den richtigen Tag zu erwischen, da es dafür gute und schlechte gibt. Manche Sachen werde ich an Japan nie verstehen, aber wenn ihr auch einen Daruma anmalen wollt, der 1. und 5. Januar sind gute Tage um sich etwas zu wünschen.

Daruma

Daruma

Der Gute bekommt übrigens Fleisch und Alkohol und obwohl er buddhistischer Mönch ist, hat er sich bisher nie darüber beschwert. Vielleicht ist das aber auch der Grund warum die Gaben immer liegen bleiben?

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Kommerz und Weihnachten

Die letzten Wochen hat so ziemlich jeder Kirchenvertreter von Nikolaus Schneider bis The artist formerly known as Ratzinger den ganzen Kommerz rund um Weihnachten kritisiert. Aber was bleibt den übrig wenn man die Geschenke an Ostern und Weihnachten weg lässt? Pfingsten und da weiß doch keiner mehr worum es eigentlich geht. Die Leute wollen wissen, warum sie Geschenke kaufen und wissen daher auch im Gegensatz zu den ganzen anderen christlichen Festen was an Weihnachten und an Ostern gefeiert wird, zumindest grob. Irgendwas mit Jesus und so. Und es treibt die ganzen Wischi-Waschi-Christen wenigstens zweimal im Jahr in die Kirchen. Die zehn Gebote für die Grundlage unseres Zusammenlebens halten und dann nicht mal die Hälfte nennen können. Zur Erinnerung:

Vielleicht nimmt der ein oder andere von denen auch mal wieder eine Bibel in die Hand. Demnächst ist ja auch Heilige Drei Könige, da lohnt es sich wirklich mal in die Bibel zu schauen und sich dann ein paar Fragen zu stellen. Warum sind die heilig? Sind Weise aus dem Morgenland eigentlich Könige? Steht in der Bibel eigentlich wie viele es waren oder nur wie viele verschiedene Gaben die dabei haben? Und wie waren nochmal ihre Namen?
Der ganze Kommerz ist doch das einzige was verhindert, dass aus Weihnachten und Ostern wie aus allen anderen Feiertagen einfach ein Tag wird, an dem man sich freut, dass man nicht arbeiten muss, sich aber nicht wirklich für das warum interessiert.
Und am Schluss noch: Alles Gute zum Geburtstag Isaac Newton!

Okiagari Monaka

So langsam wird das hier zu einem japanischen Food-Blog. Okiagari Monaka ist nämlich kein J-Pop Star sondern was zum Essen. Eine Spezialität aus Gifu, der Stadt, nicht der Präfektur. Monaka sind mit Anko gefüllte Mochi-Oblaten. Die Ankofüllung gibt es in fein, grob mit Stückchen und jeweils noch mit oder ohne Maccha. Quasi die Standardauswahl. Die Oblate wird aus Mochi hergestellt und schmeckt nach nicht besonders viel. Woher auch. Ist aber auch nicht entscheidend, denn zum einen hat man ja die wirklich leckere Ankofüllungung zum anderen ist bei der Waffel die Optik das wichtige, nicht ihr Geschmack. Da wird es dann auch zur regionalen Spezialität. Monaka gibt es eigentlich überall in Japan diese aber haben, wie der Name schon verrät das Aussehen eines Okiagari-koboshi, eines Stehaufmännchen-Mönchs. Nennt man die dann Stehaufmönchchen? Man weiß es nicht. Eine besonders bekannte und beliebte Form ist übrigens die des Mönchs Daruma. Aber da ein Bild mehr sagt als tausend Worte, gibt es davon natürlich auch ein Bild (Psssst, der Essbare ist in der Mitte)

Okiagari Monaka

Okiagari Monaka

Warum die vier nicht-essbaren Daruma aktuell nur auf zwei Augen kommen, erzähle ich in einem anderen Artikel. Da ich aber um meine treuen Leser besorgt bin, noch eine Warnung: Exzessives Meditieren kann zum Verlust der Gliedmaßen führen!

japanische Beerdigung

Ich habe nicht vergessen, dass ich vorhatte einen Artikel über Beerdigungen/Trauerfeiern in Japan zu schreiben. Es kamen ja doch einige Fragen auf und einige Leute waren auch sehr daran interessiert. Es war auch nett, das einige danach mit mir darüber sprechen wollten, weil sie dachten es würde mir helfen. Kurz nach der Trauerfeier habe ich auch ein längeres Gespräch über das Thema geführt, da mein Gesprächspartner in einer ähnlichen Lage war und die Zeremonie recht ähnlich war, das Gespräch hat mir zu dem Zeitpunkt auch tatsächlich geholfen. Aber mir ist auch jetzt noch nicht danach über das Thema und den Ablauf zu schreiben, daher wird es den Artikel wohl doch nicht geben. Es gäbe genug zu erzählen, warum es so teuer ist, warum man es trotzdem bezahlen kann, darüber welche Trauerzeiten man einhalten muss, die Karten die man zu Neujahr schreibt, dass man aufgrund des Todesfalls dieses Jahr keine Neujahrskarte schreibt, ich habe damit auch angefangen, dann aber irgendwie kein gutes Gefühl dabei gehabt und es doch gelassen.
Das soll übrigens kein Vorwurf an die Leute sein, die ab und an mal danach gefragt haben, ich kann euer Interesse schon verstehen, ich bin aber einfach der falsche Ansprechpartner für das Thema.

It Gets Better Project

Das It Gets Better Project wurde im September 2010 von Dan Savage und seinem Mann nach einer Reihe von Selbstmorden homosexueller Jugendlicher oder solcher die man für schwul hielt, gegründet, damit Teenager die ähnliches durchmachen eine Anlaufstelle haben und jemanden der ihnen Mut zu spricht. Jeder der möchte kann sich auf itgetsbetter.org beteiligen, indem er Geld spendet, ein T-Shirt oder das Buch It Gets Better: Coming Out, Overcoming Bullying, and Creatin a Life Worth Living kauft oder auch einfach nur selbst ein Video macht in dem er LGBT-Teens, also Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern sagt, dass es besser wird. An der Video-Aktion beteiligen sich auch immer mehr Prominente, nicht nur Homosexuelle wie Ellen DeGeneres und Neil Patrick Harris (Ja, der Barney Stinson) sondern auch Politiker wie Barack Obama, Joe Biden und Hillary Clinton, Moderator Stephen Colbert,  die Schauspieler Anne Hathaway und Tom Hanks, Musiker wie Justin Bieber (wenn er mal was richtig macht, kann man es auch erwähnen), Lady GaGa und Rise Against (Make it Stop (September’s Children) auf Endgame)). Firmen wie Apple, Microsoft, Google, Visa sind auch dabei. Aus der Welt des Sports bisher hauptsächlich Teams aus der MLB, da waren die San Fransisco Giants die Vorreiter, danach kamen bisher noch die Orioles, Red Sox, Cubs und Rays. Da eine Online-Petition eines schwulen Irak-Veteranen und Mariners Fan gab, war es nur noch eine Frage der Zeit bis sich die Mariners auch daran beteiligen und da man keine halben Sachen machen wollte, haben sich gleich alle 4 großen Teams zusammen getan. Mit im Video dabei sind  MikeFrucito und Roger Levesque (Sounders), Lauren Jackson und Swin Cash (Storm), Mike Williams (Seahwaks) und von meinen Mariners Brandon League und Brendan Ryan (Die Schreibweise der Vornamen und Brendans Bart, echt jetzt…)

Edit: Dank meiner Verplantheit habe ich vergessen die deutsche Version der Projekts zu erwähnen: Es wird besser!

Regenbogen

Ein Niederländer hat die Arche Noah originalgetreu nach Angaben in der Bibel, d.h. mit dem falschen Holz und mit Hilfe moderner Technik, da der Klotz sonst nicht schwimmen würde, nachgebaut. Hätte Gott mit der Sintflut besser noch ein wenig gewartet, so bis Archimedes dann wäre vielleicht was schwimmfähiges entstanden. Die Tiere für die Arche, lächerlich wenig, gerade mal ein paar tausend sind aus Plastik. Ganz schön praktisch, die fressen nicht, vor allem nicht sich gegenseitig, produzieren nicht Bergeweise Scheiße und sind was Temperatur, Frischluft und ähnliches betrifft weit weniger anspruchsvoll. Durch die Sintflut hätte der Salzgehalt den meisten im Wasser lebenden Tieren auch nicht gut getan, aber so ein Blauwalpärchen nimmt einfach zu viel Platz weg, die haben einfach so überlebt. Als Zeichen dafür, dass die Menschheit nie wieder fast ausgerottet wird, jedenfalls nicht von Gott, hat sich Gott den Regenbogen ausgedacht. Vor der Sintflut konnte Licht ohne gebrochen zu werden durch Wassertropfen durch und danach nicht mehr. Wenn das mal kein Fall für die Chemtrail-Verschwörer ist, da muss Gott doch irgendetwas großflächig in der Atmosphäre verteilt haben um den Regenbogen zu ermöglichen.
Bevor ich jetzt noch weiter aufzähle was an der Geschichte treife ist, Fledermäuse sind keine Vögel , …

Lebbe geht weider

Ich möchte mich im Namen aller Japaner die ich kenne und die sich aktuell in Japan aufhalten bei der deutschen Presse dafür entschuldigen, noch immer nicht in Panik kreischend durch die Gegend zu rennen, zu plündern und zu randalieren oder einer religiösen Minderheit (1% Christen und sind ja auch die Weltweit am stärksten verfolgte Gruppe) die Schuld an allem zu geben und sie zu massakrieren. Man musste schon gut suchen und stundenlang durch das Erdbebengebiet fahren um heulende Menschen filmen zu können. 2 Minuten Bericht, bei denen der Reporter 90 Sekunden rumheult wie schwer es doch war dort hin zu gelangen, weil die blöden Japaner noch nicht wieder alle Straßen repariert haben um dann die Kamera auf eine alte Frau zu richten die alles verloren hat, Pulitzer ick hör dir trapsen. Wenn Godzilla auftaucht gibt es binnen weniger Sekunden Massenpanik. Und Jetzt? Nichts! Zum kotzen.
Aber man hat jetzt wenigsten den Grund dafür gefunden, 仕方がない oder しょうがない also Shikata ga nai bzw. Sho ga nai (Copy&Paste und meine Mama, meine Schreibkünste sind nach wie vor schlecht) oder irgendwelche Abarten davon die so ähnlich aussehen wie Schogetten macht frei. Ist halt passiert, kann man auch nicht mehr ändern. Wenn man jetzt noch ein bisschen Fatalismus und Resignation falsch in diese Phrase hinein interpretiert, reicht es wenigsten für eine kurze Geschichte, die Japaner haben längst aufgegeben. Solange die Physik (ihr wisst schon, der Scheiß der uns die Atomkraft erst eingebrockt hat) noch was gegen Erdbebenvorhersage und/oder Zeitreisen hat und die Japaner weiterhin in Nachbarschaft zum Japangraben leben wollen, kann man an allem bisher geschehenen nichts mehr ändern. Man sorgt sicher besser darum, was man jetzt noch machen kann um schlimmeres zu verhindern und blickt in die Zukunft, das ist aber voll langweilig. Panik, Hamsterkäufe, der Kauf von Grundstücken auf dem Mond und blinder Aktionismus helfen niemanden. Spenden hilft aber.

Zollitsch vs. Gott

Na super, die evangelische Kirche stört sich mal wieder daran, dass sich an Weihnachten alles nur um Konsum dreht, dabei sollte sie doch froh sein, dass sich überhaupt noch jemand dafür interessiert. Bei Pfingsten weiß doch auch keiner mehr worum es da eigentlich geht. Es gibt keine Geschenke, also gehts mir am Arsch vorbei was da passiert. Außerdem sichert der alljährliche Konsumterror einen ganzen Haufen Arbeitsplätze. So und jetzt zurück zur Überschrift. Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Kirche so ein Problem mit der Präimplantationsdiagnostik hat. Ohne PID gäbe es die Kirche so gar nicht. Die Geschichte mit der unbefleckten Empfängnis. Da alle Menschen die Erbkrankheit „Erbsünde“ besitzen, musste Gott sicher gehen, dass er selber ohne auf die Welt kommt, also hat er bei Marias Mutter mit PID dafür gesorgt, dass Maria ohne auf die Welt kommt und wenn sie ihn dann auf die Welt bringt er auch ohne Erbsünde ist. Es ist doch immer noch besser vorher zu schauen, statt das Risiko einer Fehlgeburt oder einer wegen Komplikationen nötigen Spätabtreibung einzugehen bei der am besten noch die Mutter gleich mit stirbt. Sollte man die PID auf Druck der Kirche wirklich verbieten und sollte Gott wirklich alle Menschen gleich lieben und kein Problem mit Menschen mit Behinderung haben, dass sollte man aber auch gleich ein paar Stellen in der Bibel ändern. Man kann ja behaupten es hätte sich um einen Übersetzungsfehler gehandelt und Gott wollte alle Blinden und Lahmen statt keine in seinem Haus haben.

Was interessiert mich mein Gebet von gestern

Da betet man mit der Genehmigung von Paspt Innozenz XI. seit 1678 im Schweizer Fietsch dafür, dass man von Naturkatastrophen aufgrund des nahe gelegenen Gletschers verschont wird. Nach gerade einmal gut 300 Jahren hatte Gott genug von der dämlichen jährlichen Prozession und dachte sich die globale Erwärmung aus, damit erledigt sich der Gletscher von selbst und die Schweizer lassen ihn endlich in Ruhe. Aber wie es Gott auch macht, es ist doch immer falsch. Statt sich über das Schrumpfen der Gletschers zu freuen, haben sich die Schweizer jetzt vom aktuellen Papst die Erlaubnis geholt und jetzt Erderwärmung, Klimawandel und Gletscherschmelze in die Fürbitte aufgenommen und will jetzt doch den Gletscher in seiner vollen Pracht und Größe erhalten. Wenn ihr also gerade nichts besseres zu tun habt, könnt ihr mit päpstlichem Segen für den Aletschgletscher beten oder alternativ tatsächlich was gegen die Erderwärmung unternehmen. Wobei die Katholiken dann behaupten werden, ihr hättet nur was unternommen, weil sie gebetet haben, von daher macht am besten doch gar nichts und entspannt lässig auf dem Sofa.

Ho-Ho-Ho(mophob)

Der Papst mal wieder, versucht sich mit der halbherzigen Kondomgeschichte, pünktlich zur Buchveröffentlichung in ein positives Licht zu rücken. Zu blöd um nach Richard Williamson zu googlen, aber von modernem Marketing hat man wieder Ahnung. Dumm nur, dass er nach jedem halben Schritt vorwärts wieder drei zurück in den dunklen mittelalterlichen Wandschrank macht. In Ungarn gibt es eine neue Verfassung, die die bisher erlaubte Homo-Ehe wieder verbietet und der Papst ist hoch erfreut darüber. So etwas gehört schließlich verboten, hat die Gleichberechtigung der Homosexuellen doch keinerlei Fundament in der Kultur- und Rechtsgeschichte Europas. Damit würde er vermutlich auch begrüßen wenn man den Frauen und Bauern und dem ganzen Rest auch wieder alle Rechte weg nimmt, hat ja auch kein Fundament. Den Juden die Schuld geben hat aber ein Fundament in der Kultur- und Rechtsgeschichte Europas und ist trotzdem ganz großer Mist. Nicht alles was 1000 Jahre oder mehr praktiziert wird ist gut und richtig. Bloß weil das „christliche“ Europa in der letzten 2000 Jahren ein Problem mit Homosexuellen hatte, muss man diese Tradition doch echt nicht fortführen.