Japan-Bücher-Bingo

Wenn mich jemand nach einem guten japanischen Buch fragt, dann bekommt er von mir Kazuo Ishiguro empfohlen. Aber was außer seine ersten beiden Büchern fällt den in die Kategorie japanische Literatur? Eben, nichts. Auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk habe ich dann auch wieder gemerkt, dass ich von japanischer Literatur keine Ahnung habe. Gelernt habe ich aber dennoch etwas, die Buchtitel der deutschen Übersetzung haben oft gar nichts mit dem Originaltitel gemein. Sonderlich kreativ sind sie auch nicht. Zum Teil wirken sie wie aus dem Wortbaukasten. Deswegen bin ich gerade dabei ein Japan-Bücher-Bingo zu entwickeln, 25 Felder und immer wenn man ein Buch mit einem der Wörter/Wortkombinationen aus einem Feld findet, macht man ein Kreuz, wenn man eine Reihe voll bekommt, hat man gewonnen. Bisher habe ich:

Gaijin
Kranich
Tee(-haus/-zeremonie/…)
Fuji(-san/-yama(Aua!)/…)
Geisha
Tokyo/Tokio
japanische Stadt außer Tokyo
Go(-spieler/…)
Zen(-garten/…)
Samurai
Kirsch(-baum/blüte/…)
japanischer Mädchenname

Da Meister recht häufig in allen möglichen Kombinationen vorkommt, kommt es in die Mitte und für Zen-Meister darf man zwei Kreuze machen.
Aber mal ernsthaft, wenn ich euch über japanische Literatur informieren wollt, da schaut mal ->hier<- vorbei. Die Seite ist im Moment im Umbau also nicht wundern wenn sie plötzlich anders aussieht. Die Seite kommt auch in meine neue Linksammlung mit lesenswertem von anderen, wenn ich hier eine Auszeit nehme habt ihr so immer noch was zum lesen. Ich schaue jetzt mal nach ob es Bücher mit folgenden Titeln gibt:
Abenteuer Castrop-Rauxel
Gisela
Der Bierbraumeister

Fantasy/Sci-Fi Buchtipp

Falls jemand Buchempfehlungen aus dem Bereich Science-Fiction und/oder Fantasy braucht, das NPR hat seine Hörer abstimmen lassen und so eine Top 100 erstellt. Von den Top 20 habe ich fast die Hälfte gelesen und fand sie alle gut. Weitere fünf stehen auf meiner Wunschliste. Macht insgesamt 14/20. Die Liste hat somit im Gegensatz zu den meisten anderen Buchlisten meinen Segen, falls das was zählt. Wobei es natürlich nicht unbedingt clever ist Fantasy und Science Fiction in eine Liste zu packen und ich mich bei einigen Büchern frage wie sie überhaupt in die Liste passen.
Wenn man also auf der Suche ist, kann man einfach das oberste Buch aus der Liste das man noch nicht gelesen hat nehmen oder einen Zufallszahlengenerator anwerfen. Für alle denen das zu langweilig ist oder die einfach nur Flowcharts lieben, haben die Jungs von sfsignal hier eines erstellt. Vorsicht, groß und leicht unübersichtlich!
Wenn man sich auf dem Flowchart nicht zurecht findet oder lieber wild durch die Gegend klickt, es gibt das ganze auch interaktiv. Bin bei meinem ersten Durchlauf übrigens bei Philip K. Dicks Do Androids Dream of Electric Sheep? gelandet, steht aber auch schon auf meiner Wunschliste.

James Joyce FTW!

Wer sich an der Uni Ulm schon mal für eine additive Schlüsselqualifikation anmelden wollte/musste/durfte, sollte das ja kennen, pünktlich zum Beginn der Onlineanmeldung geht die Website in die Knie und ist minutenlang nicht erreichbar. Wenn nach 10-15 Minuten die Hälfte der Studenten aufgehört hat im Sekundentakt auf F5 zu hämmern und erst mal etwas anderes tut, kann man sich dann endlich anmelden. Oder auch nicht. Die beliebten Kurse wie etwa die Maple oder Latex Kurse haben dann nämlich schon -37 freie Plätze, ja das ist ein Minus. Genauso geht es auch mit den Sprachkursen I, da ist selbst Japanisch innerhalb von wenigen Sekunden gnadenlos überbelegt. Bei Japanisch II herrscht dagegen schon wieder gähnende Leere und der gute Horst beglückt dann nur noch 5-10 Leute mit komischen Geschichten aus seinem actiongeladenen Alltag. Auf japanisch hatte ich aber keine Lust und andere Fremdsprache II wäre eine eher weniger gute Idee. Was tut man dann um einen Platz in einem ASQ zu bekommen? Ich habe mich an die Qualen erinnert, die mir Ulysses von James Joyce bereitet hat. Ich habe ja versucht ihn zu lesen, habe auch jede Seite zumindest entgeistert angestarrt und bin dann doch gescheitert. Zu Ulysses gibts kein ASQ, aber zu seinem angeblich tatsächlich lesbaren Frühwerk Dubliners und genau den Kurs hab ich dann auch belegt. Da war ich auch nach 20 Minuten der Erste der sich dazu angemeldet hatte und auch am späten Abend war der Kurs nur halb voll. Meine Hoffnung ist jetzt, dass ich über Dubliners einen besseren Zugang zu James Joyce finde.

Otaku

Was für eine Überraschung, da kritisiere ich einmal, völlig zurecht die japanische Pazifismus-Heuchelei und schon kommen Japan-Fanboys aus dem Keller. Die nennen sich übrigens Otakus und haben zumindest mit dem was man in Japan darunter versteht nicht viel gemeinsam. Da wirft man mir vor die japanische Kultur nicht so gut wie sie zu verstehen. Mangas lesen, Sushi essen und vor zwei Jahren mal 10 Tage in Tokyo gewesen sein, ist nicht gleich die japanische Kultur verstehen, schon gar nicht besser als ich. Wenn ihr mal genau darüber nachdenkt wie es dazu kommt, dass einige meiner Verwandten sich im Yasuniki-Schrein aufhalten, sollte es klingeln. Na? Richtig! Dass ich Halbjapaner bin hätte man sich mit Hilfe der restlichen Artikel hier denken können. Ich würde hier haltlosen Quatsch erzählen. Kann sein, aber dann redet auch Kenneth B. Pyle Müll. Der ist aber Professor für History and Asian Studies an der University of Washington und wird sich bei den Aussagen schon was gedacht haben. Wer es nicht glaubt kann gerne Japan Rising: The Resurgence of Japanese Power and Purpose von ihm lesen und auch alle seine Quellen überprüfen. Zum Selbstmord von Yukio Mishima, wenn ihr anderer Meinung seid, da wendet euch an John Nathan, den Autor von Japan Unbound: A Volatile Nation’s Quest for Pride and Purpose. Um es kurz zu machen, ich habe mir vor und beim schreiben des Artikels schon ein paar Gedanken gemacht. Wobei ich zugegeben mit japanischer Literatur bis heute noch nicht richtig warm geworden bin, weder mit Haruki Murakami noch mit Yasunari Kawabata und die Geschichte vom Prinzen Genji ist auch weit davon entfernt mein Lieblingsbuch zu werden, aber mal ein Buch mit „Geisha“ im Titel gelesen zu haben macht euch auch nicht zu Experten. Jetzt mal ernsthaft, ich kann Kritik an meiner Meinung zu Japan von Otakus nicht wirklich ernst nehmen, schon gar nicht wenn sie sich auch noch selber japanische Namen geben. Wenn ihr mich weiter kritisieren wollt, dürft ihr mich in euren Mails gerne Ken Matsubara nennen. Wer ernsthaft Fragen zwecks einem Urlaub in Japan oder ähnlichem hat, kann sich übrigens auch per Mail an mich wenden, ich bin nicht immer gehässig, ich kann auch nett sein. Die Adresse findet ihr unter Über mich.

It Gets Better Project

Das It Gets Better Project wurde im September 2010 von Dan Savage und seinem Mann nach einer Reihe von Selbstmorden homosexueller Jugendlicher oder solcher die man für schwul hielt, gegründet, damit Teenager die ähnliches durchmachen eine Anlaufstelle haben und jemanden der ihnen Mut zu spricht. Jeder der möchte kann sich auf itgetsbetter.org beteiligen, indem er Geld spendet, ein T-Shirt oder das Buch It Gets Better: Coming Out, Overcoming Bullying, and Creatin a Life Worth Living kauft oder auch einfach nur selbst ein Video macht in dem er LGBT-Teens, also Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern sagt, dass es besser wird. An der Video-Aktion beteiligen sich auch immer mehr Prominente, nicht nur Homosexuelle wie Ellen DeGeneres und Neil Patrick Harris (Ja, der Barney Stinson) sondern auch Politiker wie Barack Obama, Joe Biden und Hillary Clinton, Moderator Stephen Colbert,  die Schauspieler Anne Hathaway und Tom Hanks, Musiker wie Justin Bieber (wenn er mal was richtig macht, kann man es auch erwähnen), Lady GaGa und Rise Against (Make it Stop (September’s Children) auf Endgame)). Firmen wie Apple, Microsoft, Google, Visa sind auch dabei. Aus der Welt des Sports bisher hauptsächlich Teams aus der MLB, da waren die San Fransisco Giants die Vorreiter, danach kamen bisher noch die Orioles, Red Sox, Cubs und Rays. Da eine Online-Petition eines schwulen Irak-Veteranen und Mariners Fan gab, war es nur noch eine Frage der Zeit bis sich die Mariners auch daran beteiligen und da man keine halben Sachen machen wollte, haben sich gleich alle 4 großen Teams zusammen getan. Mit im Video dabei sind  MikeFrucito und Roger Levesque (Sounders), Lauren Jackson und Swin Cash (Storm), Mike Williams (Seahwaks) und von meinen Mariners Brandon League und Brendan Ryan (Die Schreibweise der Vornamen und Brendans Bart, echt jetzt…)

Edit: Dank meiner Verplantheit habe ich vergessen die deutsche Version der Projekts zu erwähnen: Es wird besser!

Bücherverwaltung

Wie man vielleicht bemerkt hat, lese ich gerne und viel. Wenn ich nach dem Buch, das ich aktuelle lese und dem das danach kommt nur noch zwei weitere ungelesene Bücher habe, werde ich nervös. Zum Teil liegen dann inklusive Comics 10+ ungelesene Bücher bei mir herum. Da passiert es schon mal, dass ein Buch ungelesen in Regal landet und dann für lange Zeit vergessen wird. Verliehen werde die Bücher auch gerne, meistens auch noch an Leute, die extra betonen, sie hätten eigentlich das nächste halbe Jahr keine Zeit das Buch zu lesen. Ob man da wirklich alle seine Bücher zurück bekommt? Spontan bin ich auch noch, ich stolpere irgendwo über ein Buch und denke mir, das könnte interessant sein und keine drei Sekunden später habe ich schon wieder vergessen was ich zu Mittag gegessen habe. Deshalb bin ich froh mit Alexandria eine für mich passende Bücherverwaltungssoftware gefunden zu haben. Wenn man Linux benutzt und ein Amazon Web Service Konto hat, braucht man nur noch die ISBN des Buches und Alexandria erledigt den Rest, man hat das Cover, den Autor, Verlag, Bindung und das Veröffentlichungsjahr bereits eingetragen. Häkchen machen bei Besitze es, gelesen oder bei gewünscht und schon ist man fertig. Dauert wirklich nur 3 Sekunden. Wenn man möchte kann man noch extra Tags setzen und so intelligente Bibliotheken für detailliertere Unterteilungen erstellen, etwa in welcher Sprache ein Buch geschrieben ist und ob es eine Übersetzung ist oder nicht. Verleiht man ein Buch, so muss man nur ein weiteres Häkchen setzen und wenn man möchte noch den Namen der Person eintragen, Alexandria zählt dann auch die Tage für einen. So weiß ich immer, welche Bücher noch ungelesen auf mich warten, welche verliehen sind und an wen und habe einen Überblick über meine Wunschliste. In Aktion sieht das ganze dann so aus:

Alexandria

Alexandria

 

Links oben meine Wheel of Time Bücher in der Listenansicht, unten die verliehenen und rechts die bereits gelesenen Bücher sowie meine Wunschliste (Zaunpfahl) alle in der Symbolansicht. Zum Teil noch Lückenhaft, aber so nach und nach landen alle Bücher, die meiner Meinung nach eine Chance haben in meinem Leben nochmal gelesen zu werden (z.B. R.A. Salvatores Demon Wars Saga nicht, die fand ich mit 16 ganz toll, reizt mich aber überhaupt nicht mehr; bei Paul Austers Moon Palace schwanke ich noch) in Alexandria.

Not a Book

Jetzt weiß ich wieder, warum ich so ungern auf George R.R. Martins Not-a-Blog-Blog schaue, wenn er mal was ankündigt, dann ist es nämlich blöderweise nie ein Buch. Nach Brettspiel, Schwertern, Figuren, Staubsauger, Fernsehserie und Comics mit anderer Handlung, gibt es jetzt auch einen A Song of Ice and Fire Comic. Da ist mir auch klar warum er nie zum Bücher schreiben kommt. Zum Teil freue ich mich aber als Comicleser auch über die Ankündigung. Hoffen wir bloß, dass die Geschichte nicht so daneben geht wie seinerzeit die Wheel of Time Comics, es ist schon etwas hoch gegriffen von Beginn an auch Trade Paperbacks anzukündigen ohne erst mal auf die Verkaufszahlen der einzelnen Hefte zu warten. Aber da sie Zeitgleich mit der HBO-Serie erscheinen verkaufen sie sich bestimmt so gut wie der offizielle Westeros-Brotschneider. Ich bleib dabei, ich hänge lieber auf der Seite von Brandon Sanderson ab, da gibt öfter mal erfreuliche Nachrichten zum Thema neue Bücher und auch Hintergrundinfos zu seinen Büchern. Man bleibt immer auf dem Laufenden was seine aktuellen Projekte betrifft und die haben auch zu 99% mit Büchern zu tun. Ich finde es auch toll, dass er trotz seiner Verkaufszahlen immer noch so viel mit seinen Lesern kommuniziert. Noch 12 Monate und ich weiß endlich nach über 12 Jahren wie sich Rand bei Tarmon Gaidon schlägt.

Winter is Coming

War ja klar, alle wussten, dass es Donnerstag/Freitag wieder schneien soll und trotzdem ging Heute Bus/Bahn-technisch mal wieder gar nichts. Wenn die 1 im 10-Minuten-Takt fährt und einem die Anzeigentafel erzählt die Nächsten kommen in 15, 16, 27 und 42 Minuten und nach einer halben Ewigkeit steht da dann plötzlich ein Bus statt einer Bahn dann kommt man sich doch etwas verschaukelt vor. Aber hey, es waren ganze 3cm Neuschnee und man wusste auch nur knapp 1 Woche vorher Bescheid, dass es schneien soll. Morgen darf ich dann wieder über die Alb fahren und hab bestimmt wieder jemand vor mir, dem man in der Fahrschule erzählt hat, dass die Gänge 3-X nur für Fahrten im Sommer sind und bei Schnee nicht benutzt werden dürfen. Immerhin hab ich gerade das Auto meiner Vaters und kann mir so während der daher deutlich längeren Fahrt die Hämorriden vom Arsch weggrillen lassen. Sitzheitzung regelt! Es soll aber auch Menschen geben, die sich tatsächlich freuen wenn der Winter kommt und damit meine ich nicht komische Verwandte von mir.

Ich hab A Feast for Crows immer noch nicht angefangen…

Samantha Power – „A Problem from Hell“

Der vollständige Titel ist „A Problem from Hell“: America and the Age of Genocide, es gibt also einen klaren Schwerpunkt und es werden auch nur Völkermorde im 20. Jahrhundert angesprochen. Es geht auch nicht um Völkermorde in Nordamerika. Es geht um die Unfähigkeit der USA und der Vereinten Nationen Völkermorde zu verhindern. Das ganze fängt an mit dem Völkermord der Türken an den Armeniern, den sich die Türken bis heute schön reden. Es wurde nichts unternommen und die Verantwortlichen nie vor ein Gericht gestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es wenigsten einen Prozess gegen Teile der Verantwortlichen des Völkermordes an den Juden. So richtig wollte aber niemand was dagegen tun, auch die Definition was denn jetzt genau ein Völkermord ist wurde immer wieder angegriffen, denn darunter fallen unter Umständen auch die Rassentrennung in den USA oder die Stolen Generation in Australien und wer will schon gerne eine Völkermordkonvention unterzeichnen und dann selber zur Verantwortung gezogen werden. Daher konnte die Rote Khmer auch ungestört in Kambodscha agieren, als Folge des Vietnamkrieg hätte es politisch auch niemand Überlebt Truppen in die Region zu entsenden, außerdem töteten sie abgesehen von ein paar Franzosen  ja auch nur ihre Landsleute. Es war also eine rein Kambodschanische Angelegenheit aus der sich andere Länder gefälligst heraus halten und die, die es über die Grenzen schafften und von den Gräueln berichteten waren ja als Opfer befangen und daher unglaubwürdig. Saddam Hussein hatte wegen seinem Krieg gegen den ach so bösen Iran sowieso Narrenfreiheit und konnte mit den Kurden machen was er wollte. Ein Eingreifen der USA wurde unter anderem auch von amerikanischen Farmern verhindert, da der Irak einer der Hauptabnehmer von Getreide aus dem mittleren Westen war, es ging um Arbeitsplätze, nicht um Giftgas. In Ruanda wurde dann unter anderem wegen den toten US-Soldaten in Mogadischu nicht eingegriffen, man wollte nicht noch mehr amerikanische Leben in Afrika riskieren. Und wer konnte schon ahnen, dass man ohne moderne Waffen, alleine mit Macheten und Schraubenziehern in der Lage ist 800.000 Menschen zu töten. Nicht zu vergessen, die Opfer haben sich gewehrt, den selben Fehler haben auch die Moslems in Jugoslawien gemacht, denn wer sich wehren kann, der ist nicht nur Opfer sondern auch Täter und Tätern wird nicht geholfen. In Jugoslawien hat sowieso jeder jeden getötet, da hält man sich besser raus. Zu Wort gemeldet haben sich auch wieder nur angebliche Opfer, die entkommen konnten und die übertreiben immer. Das man auf Satellitenbildern erst eine Menschenansammlung in einem Stadion sieht und wenig später die Menschen weg sind, aber in der Nähe frisch umgegrabene Erde zu sehen ist, kann ja viele verschiedene Ursachen habe. Es was immer das gleiche, man kann den Augenzeugen nicht trauen, mit viel Fantasie zählt das nicht als Genozid und wir haben zu wenig Informationen, wollen aber auch keine Zusätzlichen und wir wussten doch von nichts. Die bloße Anwesenheit von Blauhelmen hilft übrigens auch nicht, auch wenn die Bosniaken in Srebrenica blöd genug waren, daran zu glauben. Warum die USA so ungern etwas gegen Völkermorde unternehmen, sieht man an Bill Clinton, kaum einen hat es gestört, als er in Ruanda und Bosnien nichts gemacht hat, als er dann aber im Kosovo endlich mal etwas unternommen hat, wurde er von allen Seiten dafür kritisiert. Nach dem Krieg wurden dann auch prompt von Kosovoalbanern, die jahrelang unterdrückt wurden, ihren Job nicht ausüben durften und Teile ihrer Familie verloren hatten Verbrechen an der Serben verübt und damit war der Beweis erbracht, die sind genauso schlimm. Die Verbrechen will ich nicht schön reden, aber nur weil man kein reines Opfer ist, sondern sich trotz materieller Überlegenheit des Gegners wehrt und später unter dem Schutz von Anderen selbst zum Täter wird, sollte man ihnen nicht von vorne herein Hilfe verweigern. Zum Schluss nochein Zitat von Bertolt Brecht das mich seit der Lektüre beschäftigt, denn offenbar sollte man genau das doch nicht tun.
Daß du dich wehren mußt, wenn du nicht untergehen willst, wirst du doch einsehen.

Yann Martel – Life of Pi

Komischerweise ist der deutsche Titel des Buches nicht total bescheuert, sondern eine knappe aber gute Zusammenfassung des Buches, Schiffbruch mit Tiger. Auch der Buchrücken fasst es toll zusammen:
A boy of many faiths. A 450-pound Bengal tiger. A shipwreck. A lifeboat. The Pacific Ocean.
Trotzdem will ich jetzt doch noch mal ausführlicher schreiben worum es geht. Es geht um Piscine Molitor Patel, benannt nach dem französischen Wort für Schwimmbecken, irgendwann hat er es in der Schule satt schlechte Urinwitze hören zu müssen und nennt sich von da an Pi wie die Kreiszahl. Als Sohn eines Zoobesitzers wächst er im indischen Pondycherry auf. Eigentlich ein Hindu probiert er in seiner Jugend alle möglichen Religionen aus und ändert sie je nach Wochentag, er hat damit kein Problem, seine jeweiligen Lehrer aber schon. Als sein Vater beschließt aus zuwandern landet die ganze Familie plus Zoo auf einem japanischen Frachter Richtung Kanada. Doch der Frachter sinkt und die einzigen Überlebenden, Pi, ein Zebra, ein Orang-Utan, eine Hyäne und Richard Parker müssen sich ein Rettungsboot teilen. Dumm nur, dass es sich bei der Hyäne und Richard Parker im Gegensatz zu Pi und dem Rest des Bootes nicht um Vegetarier handelt. Haben bengalische Tiger halt so an sich. Daher reduziert sich die Besatzung relativ zügig auf zwei. Um nicht gefressen zu werden, zieht Pi auf ein selber gebasteltes Beiboot um, dass über eine Leine mit dem Rettungsboot verbunden ist. Und um nicht zu verhungern, muss er sich damit anfreunden Fische zu angeln, zu töten und dann zu essen, aber da ein Tiger nicht so super gut angeln kann, kann er Richard Parker mit den Fischen füttern und beginnt auch ihn zu dressieren. Aufgelockert wird der zweisamme Überlebenskampf bei dem beide immer schwächer werden durch die Begegnung mit einem weiteren Schiffbrüchigen auf hoher See, dem bekommt die Begegnung aber irgendwie nicht ganz so gut und die beiden sind schnell wieder unter sich. Zwischendurch finden sie auch eine an sich schöne Insel, auf der es sich eigentlich gut leben ließe, wenn die Insel ein Vegetarier wäre, ist sie aber nicht. Nach endlos langer Zeit schaffen sie es dann endlich an die Küste Mexikos und sind gerettet. Richard Parker macht sich sofort aus dem Staub in den Dschungel und wird nicht wieder gesehen, Pi landet in einem Krankenhaus. Dort suchen ihn zwei Japaner, die im Auftrag des japanischen Verkehrsministeriums den Untergang des Frachters aufklären sollen. Den beiden Herren erzählt er dann seine Erlebnisse mit dem Tiger auf dem Rettungsboot. Klingt völlig unglaubwürdig? Für alle denen diese Version nicht gefällt, gibt es auch noch eine ohne Tiger und fleischfressende Insel, die Version ist aber bei weitem nicht so toll.