KAL 007

Wird echt mal Zeit hier wieder was zu schreiben.
Erinnert sich noch jemand an den Kommentar mit dem Flug über Alaska? Nein? Auch egal. Früher (ja ich bin alt) mochte der Russe es nicht, wenn ausländische Flugzeuge über seinem Gebiet flogen, die könnten ja alle nebenher noch ein wenig für den Feind spionieren. Haben ein paar auch tatsächlich gemacht. Daher gingen bis vor 25 Jahren die Flüge aus Europa Richtung Japan zum Teil über den Atlantik mit Zwischenlandung in Anchorage, Alaska. Aber selbst das war nicht ganz sicher, wie Korean Air Lines Flug 007 trauriger weise beweist. Die haben sich am 1. September 1983 verflogen und wer in den letzten Tagen Nachrichten gesehen hat, der weiß zu was Flugabwehrraketen russischer Bauart in der Lage sind und kann sich den Rest denken. Jetzt können wir mal sehen, ob sich seit 1983 irgendwas geändert hat, dieses mal alles lückenlos aufgeklärt wird, oder nicht.
In der Zwischenzeit viel „Spaß“ mit Gary Moore:

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Straight Outta Seattle

Nachdem ich ihn diese Woche schon als Hintergrundberieselung im Müller gehört habe (manchmal läuft da tatsächlich gute Musik) und sein Song Can’t Hold Us die Musik im neuen Outlook Werbespot von Microsoft ist, habe ich das mal als Zeichen aufgefasst endlich mal über Macklemore zu schreiben. Das mag jetzt einige hier überraschen, aber hin und wieder höre auch ich Hip Hop. Zumindest wenn er von einem Weißen aus Seattle gemacht wird. Ist natürlich quatsch. Wenn er gut gemacht ist, dann hat auch Rap bei mir eine Chance. Intelligente Texte Schaden dabei übrigens auch nicht.
Jetzt darf ich mich mal ein wenig wie ein Hipster aufführen. Ich hab ihn schon vor dem Release seines Albums The Heist gekannt, nämlich seit seiner Party-Hymne And we Danced seinem Dave Niehaus Tribute Song:

Und da es zur aktuellen Diskussion über die Homo-Ehe passt (so lange es den Zusatz Homo braucht, wird das nichts mit der Gleichstellung) und beweist, dass nicht alle Rapper homophobe Arschlöcher sind Same Love:

Emerald Twilight

This was almost certainly his last time to come to the plate in Fenway Park, and instead of merely cheering, as we had at his three previous appearances, we stood, all of us — stood and applauded. Have you ever heard applause in a ballpark? Just applause — no calling, no whistling, just an ocean of handclaps, minute after minute, burst after burst, crowding and running together in continuous succession like the pushes of surf at the edge of the sand. It was a sombre and considered tumult.

(John Updike)

Soweit ist es schon gekommen, ich zitiere John Updike. Zugegeben, das habe ich von David Schoenfield, es passt aber irgendwie. Was ist passiert? Das Undenkbare. Nach 11+ Jahren haben die Seattle Mariners Ichiro zu den New York Yankees getradet und irgendwie macht der Trade sogar Sinn. Ich bin selber verwirrt. Ichiro ist 38, offensiv mehr als auf dem absteigenden Ast, die Mariners gerade/mal wieder/immer noch mitten im Umbruch und in New York fällt Gardner wohl länger aus. Die Yankees haben genug Power in der Offense, Ichiro ist in ihrem Lineup der Nummer 8 Hitter und dafür reicht es noch aus. Als Baserunner ist er immer noch Top, er ist mit seinen 16 Steals der Yankee mit den meisten und Defensiv ist er wenn man den ganzen Sabremetrics Stats wie Defensiv Runs Saved glaubt unter den Top 5 der Liga. Den Mariners erspart er damit, entscheiden zu müssen, ob man ihm aus Loyalität noch einen neuen hoch dotierten Vertrag anbietet und damit ein ähnliches Fiasko wie bei Junior riskiert oder ihm, um den Umbruch voran zu bringen keinen neuen Vertrag anbietet. Der Trade nützt also tatsächlich beiden Teams und Ichiro bekommt noch eine Chance einen World Series Ring zu gewinnen, etwas dass Junior leider nie geschafft hat. Jetzt habe ich doch tatsächlich einen Grund den Yankees Erfolg in den Playoffs zu wünschen. Damit das ganze jetzt nicht noch peinlich wird, ein Abschiedslied vom Death Cab for Cutie Sänger Ben Gibbard.

Exit Sandman?

Jetzt ist es endlich passiert, der 240 Millionen Mann Albert Pujols hat im 111 At-Bat seinen ersten Homerun für die Los Angeles Angels geschlagen. Vielleicht bringt die Schnapszahl ja Glück. Denn auf die Frage wer seit dem 20. April den schlechtesten Batting Average hat, hätte ich wahlweise auf Chone Figgins oder Justin Smoak getippt, aber nicht einmal da kann man sich auf die Offense der Mariners, die mehr als kläglichen .122 wurden noch von Pujols .093 unterboten. Auch was das Slugging anging führte er die Liste mit .111 von der falschen Seite an. Auch einen weiteren Negativ-Rekord hat die Offense der Angels aufgestellt, von dem ich gedacht hätte er wäre perfekt für die Mariners. Ervin Santana scheint die 2012er Version von Doug Fister zu sein, er pitcht zwar schlechter als Fister, dafür hat er aber auch noch weniger Hilfe von seinen Mitspielern bekommen. Bei seinen letzten 5 Starts haben die Angels keinen einzigen Run erzielt und Santana steht jetzt bei einer Bilanz von 0-6.
Was die Mariners bieten ist aber dennoch recht traurig, anschauen kann man sie echt nur alle 5 Spiele wenn Hernandez pitcht und noch an guten Tagen von Jason Vargas oder wenn man damit leben kann, wenn der Pitcher spätestens im 5. Inning gnadenlos einbricht und das Lineup zur Hälfte aus Pitchern besteht. Figgins sitzt mittlerweile auf der Bank, Smoak hat wirklich nicht mehr viel Zeit um zu zeigen was in ihm steckt und Spieler wie Ryan verhalten sich offensiv wirklich wie Pitcher. 2 Baserunner, 0 Outs und Ryan versucht zu bunten und scheitert selbst daran und kassiert ein Strikeout. Ichiro ist mit 1 Homerun und 6 Double für seine Verhältnisse ganz gut, er ist aber nicht mehr Leadoff Hitter sondern Nummer 3 und da muss mehr kommen. Ansonsten sind Montero und Seager die einzigen (kleinen) Lichtblicke. Ackley hat gerade einen etwas längeren Durchhänger und bei Liddi und Jaso warte ich lieber noch ein paar Spiele und über den Rest hüllen wir den Mantel des Schweigens. Oakland hat bisher mehr Siege als Niederlagen, dank der Angels ist man aber trotzdem nicht auf dem letzten Platz der AL West.
Doug Fister ist wieder gesund und pitcht erstmals gegen die Mariners, bin mal gespannt wie das endet. Über einen anderen ehemaligen Mariner beziehungsweise seine Verletzungsanfälligkeit macht sich mittlerweile auch jeder lustig, die Tatsache, dass Erik Bedard bereits 6 Starts absolviert hat ohne sich zu verletzen war ernsthaft eine Meldung wert.
Wenn sich ein Yankee das Kreuzband verletzt und selbst die Red Sox Nation traurig darüber ist, dann muss wirklich was merkwürdiges passiert sein. Der beste Closer aller Zeiten, Mariano Rivera hat sich während des Batting Practice beim fangen von Flyballs im Outfield so schwer verletzt, dass sogar darüber spekuliert wurde, ob er wegen seines hohen Alters jemals wieder pitchen würde. Zum Glück ist auch Rivera selbst der Meinung, seine Karriere so nicht beenden zu können und plant alles zu geben um es nochmal auf den Mound zu schaffen.
Kein schöner Anlass aber eine schöne Geste gab es am Freitag bei den New York Mets. MCA von den Beastie Boys, wie auch der Rest der Band Mets Fan war an Krebs gestorben und das waren die Songs die zu den At-Bats eingespielt wurden:
Ruben Tejada: Intergalactic
Daniel Murphy: No Sleep ‚till Brooklyn
David Wright: Brass Monkey
Lucas Duda: The New Style
Scott Hairston: Root Down
Ike Davis: Fight For Your Right (To Party)
Andres Torres: So What’cha Want
Josh Tole: Make Some Noise
Dillon Gee: Body Movin
Vinny Rottino: Paul Revere

Und um den Artikel mit was nettem zu beenden und da Schnapszahlen was nettes sind, eine Statistik mitten aus dem Spiel der Twins bei den Mariners:

Pitching Stats

Pitching Stats

‘N Sync & The Hunger Games II

So, es geht weiter und mit den Teilen 2 und 3 ergibt dann auch die Überschrift und der Einleitungssatz des ersten Artikels Sinn.

II Royale with Cheese

Ich habe Die Tribute von Panem nicht gesehen und nicht gelesen und auch nicht vor in nächster Zeit etwas daran zu ändern. Ich habe nur die Trailer, Kinoplakate und Promobilder gesehen und so manches Review gelesen. Hat sich eigentlich niemand aus der Marketingabteilung die Bilder angeschaut bevor sie veröffentlicht wurden? Ich habe selber eine Zeit lang Bogenschießen als Sport betrieben und bin daher bei leicht empfindlich, schaut euch einfach mal den Pfeil an. Dann haben oder wollen sich einige den Film nur wegen Jennifer Lawrence anschauen, da sie sie in Winter’s Bone so toll fanden. Stimmt ja auch, ich bin nur überrascht, dass tatsächlich mehr als 3 Leute den Film gesehen haben. Das war übrigens eine Aufforderung sich Winter’s Bone anzuschauen falls man es noch nicht gemacht hat.
Und wenn es der Review-Schreiber nicht selbst erwähnt, dann steht es spätesten im zweiten Kommentar, Hunger Games ist nur eine billige FSK12 Kopie von Battle Royale. Haben den tatsächlich so viele gesehen oder kommen sich die Leute toll vor, wenn sie einen Film erwähnen der in seiner ungekürzten Version auf dem Index gelandet ist? Die Gemeinsamkeit ist die, dass sich Jugendliche gegenseitig umbringen und der letzte Überlebende gewinnt einen Keks. Das Alter der Mitspieler sticht wohl bei beiden Filmen heraus, aber ansonsten ist die Grundidee älter als der Film von Fukasaku und auch älter als das Buch von Koushun Takami. Western sind auch nur billige Kopien von viel tolleren Samurai-Filmen oder war es andersherum? Ohne Kurosawas Verborgene Festung gäbe es die alte Star Wars Trilogie in ihrer Erzählform nicht und ohne den Gemischtwarenladen Asia-Kino keinen Tarantino so wie wir ihn kennen. So wie sich die Leute teilweise über The Hunger Games aufregen, müsste ihnen bei Sukiyaki Western Django, sofern sie ihn kennen, der Kopf explodieren. Der wird dann aber wieder euphorisch gefeiert, weil wegen Miike ist der beste Regisseur seit Ed Wood und so. Es soll übrigens tatsächlich vorkommen, dass zwei Leute die gleiche Idee haben ohne vom anderen gehört zu haben. Leibniz, Newton und die Infinitesimalrechnung lassen grüßen.
Nochmal zurück zu Battle Royale, in mag den Film, aber mir gefällt ja eh jeder Film in dem Takeshi Kitano mitspielt, selbst wenn er die meiste Zeit nur gelangweilt im Kreis läuft, und ich habe kein Problem mit dieser Art von Gewalt in Filmen.  Bei der Szene mit der Axt im Kopf und dem dazu gehörenden Dialog musste ich sogar lachen, aber mit mir stimmt ja auch so manches nicht. Wenn ihr volljährig seid und den Film sehen wollt, greift wenn möglich zur Extended Version, nicht wegen dem mehr an Gewalt und Blut sondern wegen den Rückblenden. Die Rückblende in Mitsukos Kindheit hilft dabei ihr handeln zu verstehen und man empfindet sogar etwas wie Mitleid mit ihr. Dadurch habe zumindest ich mich beim sehen noch unwohler gefühlt.

III Can I Scream?

Von ‚N Sync gibt es keine Reunion aber Refused are fuckin dead back! Die hatten sich bereits 1998 aufgelöst, also über 5 Jahre bevor ich mir zum ersten Mal The Shape of Punk to Come angehört habe. Auch heute noch eines meiner persönlichen Lieblingsalben und ein wichtiger Meilenstein für den Post-Hardcore den ich seit 2003 so gerne höre. Jetzt besteht also doch wieder die Möglichkeit die Band einmal Live zu erleben.

Eure Lautsprecher sind nicht kaputt, das muss sich am Anfang so anhören. Und weil es unvermeidlich ist, natürlich auch noch New Noise

‚N Sync & The Hunger Games

Nein, es gibt keine Reunion von ‚N Sync mit The Hunger Games als neuer Background Band. Dafür gibt es heute einen Artikel mit 3 Teilen. (Oder auch nicht, der Artikel ist länger geworden als gedacht und auch das schreiben hat länger gedauert, die Teile 2 und 3 gibts morgen)

I Synchronisation

Nachdem ich im letzten Artikel ein paar japanische Filme empfohlen habe und am Wochenende Game of Thrones zum ersten mal auf deutsch im Free-TV kam, muss ich doch auch mal was zum Thema Synchronisation sagen. Prinzipiell hab ich kein Problem mit Synchronisation, es ist nur schade, dass man im Kino meistens keine Wahl hat und wenn man sich einen Film im O-Ton anschauen möchte sich später die DVD kaufen muss. Alle Filme doppelt zeigen ist aber kaum wirtschaftlich und der Kinobetreiber wird wohl kaum meinen Filmgeschmack kennen und wissen, wann ich Zeit und Lust fürs Kino habe. Will man im Fernsehen etwas im Zweikanalton ausstrahlen, dann muss der Sender auch für den Originalton bezahlen, es werden aber kaum mehr Leute zuschauen, da die meisten O-Ton-Fanatiker auch zu denen gehören die sich ihren Film oder ihre Serie nicht durch Werbung unterbrechen lassen wollen. Um 20:00 muss das gezeigte auch noch FSK12 sein und dann wird da ja so dermaßen zensiert, das kann ja keiner freiwillig sehen wollen. Game of Thrones im Originalton ungeschnitten und ohne Werbeunterbrechung senden, da kann der Sender sein Geld auch gleich zum Fenster herausschmeißen. Menschen die Englisch gut genug verstehen um etwas auf englisch zu schauen gibt es noch genug, wenn das Original aber in einer anderen Sprache ist, dann braucht es neben den zwei Tonspuren auch noch Untertitel. Die müssen aber zuschaltbar sein, da sie die Synchro-Schauer und die Leute die die jeweilige Sprache verstehen nur stören würden. Damit alle Leute glücklich sind, müsste man alles im Kino und Fernsehen viermal zeigen, im Original, Original mit deutschen Untertiteln, Original mit Untertitel in Originalsprache und in der Synchronisierten Fassung. Natürlich in der längst-möglichen Fassung und im Falle des Fernsehens darf Werbung nur vor und nach der Sendung gezeigt werden, dann stört sie nämlich nicht, da man längst aus- oder umgeschaltet hat.
Die Synchronisation von Game of Thrones hat sich an der neuen Übersetzung der Bücher orientiert in der aus King’s Landing Königsmund und aus Jon Snow Jon Schnee wurde. Die Neuübersetzung ist ärgerlich, da man mitten in der Serie umgestellt hat, wenn man alles einheitlich im Regal stehen haben möchte, dann muss man die ersten paar Bücher nochmal neu kaufen. So schlimm ist die Übersetzung von Orts- und Personennamen wenn sie eine Bedeutung haben aber meiner Meinung nach nicht, ich finde sie sogar besser, da Leute die die Übersetzung lesen weil sie kein oder kaum englisch können, oft die Wortspiele und Anspielungen nicht verstehen. Manchmal vielleicht übertrieben, aus Harry Potter hat man ja auch keinen Töpfer gemacht, die Diagon Alley (großartig) wurde aber zur Winkelgasse und das obwohl wir hier im Gegensatz zu Westeros tatsächlich in England sind. Die paar Schnitte die es gab, waren jetzt auch nicht dramatisch, ich muss Ser Hugh nicht Blut spucken sehen um zu kapieren, das er stirbt und es kein schöner Tod war. Die Sexszenen im Original haben mich mit der Zeit sogar genervt. Ich habs kapiert, Männer haben einen Penis, Frauen eine Vagina und gefickt wird immer und überall, gähn!
Es gibt aber auch bei mir etwas, dass ich mir nicht synchronisiert anschauen kann. Ich nenne sie jetzt mal japanische Filme bei denen die japanische Kultur eine Rolle spielt. Was das sein soll? Ich versuche es mal mit einer Erklärung. Damit Akira funktioniert, muss er nicht in Japan spielen, die Motorradgangs können sich überall auf der Welt die Birne weich klopfen und japanische Verhaltensregeln und Normen spielen keine Rolle. Da geht die Synchro. Departures (Nokan – Die Kunst des Ausklangs, Okuribito oder wie man den Film auch immer nennen möchte) funktioniert so nur in Japan, da es um japanische Beerdigungen geht, ein Samurai-Film wie Samurai der Dämmerung leidet für mich auch unter einer Synchronisation. Damit will ich niemanden von der Synchronisation abhalten, wenn aber ein Herr Mitsubishi zu seinem Reis-Omelett noch ein Glas Reiswein bestellt, dann bekomme ich wahlweise Lachkrämpfe oder Kopfschmerzen. Daher kann ich solche Filme nicht im deutschen Fernsehen schauen. Und bei der korrekten Aussprache von Orts- und Personennamen könnte man sich hier auch ein wenig mehr Mühe geben.
Oder die Kurzversion: Synchro OK, auf DVD Original (mit Untertitel) ist im Kino/TV aber nicht wirtschaftlich, typisch japanisches nur auf japanisch.

Alben des Jahres 2011

Da ich in den letzten zwei Monaten keine neuen Alben gekauft habe, warte ich diese Mal nicht wieder bis März sondern zeige meine Top 10 schon jetzt:

2011

01 Funeral for a Friend – Welcome Home Armageddon
02 PJ Harvey – Let England Shake
03 Rise Against – Endgame
04 The Blackout Argument – Detention
05 Lupe Fiasco – Lasers
06 City and Colour – Little Hell
07 Earth Crisis – Neutralize the Threat
08 Thursday – No Devolucion
09 Dropkick Murphys – Going out in style
10 Protest the Hero – Scurrilous

Die einzige wirkliche Überraschung ist hier wohl Lupe Fiasco, aber hin und wieder kann auch ich mich für gut gemachten HipHop begeistern. Und auch wenn es hinter seinem Vorgänger zurück bleibt und ich mich am Anfang mit den neuen Einflüssen schwer getan habe, No Devolucion ist ein großartiges Album. Zu City and Colour, das kam auch mit der Zeit, zuerst fand ich Alexisonfire nicht mehr kindisch und dann fängt man halt an mal in die Nebenprojekte reinzuhören und auf einmal landet ein zugegebenermaßen leicht weinerlich klingendes Acoustic Folk/Blues/Country Album in den Top 10.

Nachtrag: Wer mal rein hören möchte, habe von jedem Album außer Earth Crisis‘ Neutralize the Threat, weil ich sie nicht gefunden habe jeweils ein Song genommen und bei Protest the Hero mangels Alternative eine Instrumentalversion, und damit bei Grooveshark eine Playlist erstellt. Da die Genres bunt gemischt sind eine gewöhnungsbedürftige Playlist, aber so bekommt man einen schnellen Überblick über meinen Musikgeschmack der letzten 12 Monate.

Ein weiterer Grund die Top 10 jetzt schon zu veröffentlichen ist meine neue Idee, ich werde auch immer eine überarbeitete Version der Top 10 der Vorjahres präsentieren. So haben auch Alben eine Chance die erst später gekauft wurden und Alben die den Langzeittest nicht überstehen werden aussortiert.

2010

01 Comeback Kid – Symptoms and Cures (01)
02 Blood Red Shoes – Fire like this (03)
03 Story of the Year – The Constant (02)
04 Coheed and Cambria – Year of the black rainbow (04)
05 Parkway Drive – Deep blue (–)
06 Helmet – Seein Eye Dog (10)
07 Murder by Death – Good Morning, Magpie (05)
08 Cancer Bats – Bears, mayors, scraps and bones (–)
09 Skunk Anansie – Wonderlustre (06)
10 Japanese Cartoon – In the jaws of the lords of death (–)

An der Spitze hat sich nicht viel getan, es sind aber doch 3 neue Alben vertreten und der 10. hat sich hoch gearbeitet. Und auch wenn man es nicht gleich sieht, Lupe Fiasco ist auch in dieser Top 10 mit dabei, hier mit seinem Nebenprojekt Japanese Cartoon, einer Rockband und kein Anime.

I was born in ’67

the year of Sgt. Pepper and Are You Experienced.
Natürlich nicht. Auch wenn ich mich manchmal so fühle, ganz so alt bin ich dann doch nicht. Wie sich der ein oder andere vielleicht schon denken kann, habe ich aber mal wieder Porcupine Tree gehört und zwar den Song Time Flies der eben mit den Lyrics anfängt. Ich habe dann mal nachgeschaut welche Alben ich denn aus meinem Geburtsjahr habe. Wenig überraschend waren darunter keine Alben von The Beatles oder The Jimi Hendrix Eperience, Jimi Hendrix starb 1970 und John Lennon wurde 1980 erschossen. Ich habe mal 3 Alben ausgewählt. Verstecken muss sich 1986 wirklich nicht:
Slayer – Reign in Blood

Muss man zu Slayer noch was sagen? Ein schlechtes Album haben Slayer nie veröffentlicht. Dass die Alben die bis einschließlich 1990 veröffentlicht wurden auf einer höheren Stufe stehen als alles was danach kam, daran zweifelt wohl auch kaum jemand. Und Reign in Blood sticht noch einen kleines Stück heraus. So muss Thrash klingen.
Metallica – Master of Puppets

Von Metallica kann man leider nicht behaupten, dass sie nur gute Alben veröffentlicht haben. Aus Load und ReLoad könnte man noch problemlos ein Top-Album basteln und die Blues Rock Einflüsse wissen auch zu gefallen, aber St. Anger war halt einfach nur kacke. Death Magnetic ist zwar eigentlich ganz gut, die Loudness zieht den Musikgenuss dann aber wieder in den Keller, zumindest wenn man es laut mit Kopfhörern hört. Bleiben also die guten alten 80er. Man merkt auch, wenn man Master of Puppets mit allen Nachfolgern vergleicht, wie wichtig Cliff Burton für Metallica war.


Iron Maiden – Somewhere in Time

Im Gegensatz zu Master of Puppets und Reign in Blood nicht mein Lieblingsalbum, vielleicht nicht mal in den Top 3 von Iron Maiden, dennoch ein ausgezeichnetes Album. Im Zeitalter der Musik-Downloads sollte man hier auch noch das ausgezeichnete Cover erwähnen. Man findet dort allerlei Anspielungen auf frühere Alben und Songs der Band.

Nicht schlecht, oder?

Es gibt Reis, Baby

Oder auch nicht. Morgen gibt es mal wieder Besuch aus Japan. Und wie bei allen 31-jährigen Japanerinnen die außer weil sie zu einer durchorganisierten Hochzeit auf Hawaii eingeladen waren, noch nie im Ausland waren, kann man bei ihr die Tage an denen sie seit sie Zähne hat und keinen Reis gegessen hat, wohl an der Hand eines Schreiners abzählen. Für die Mittagspause gibt es jeden Tag ein vom Vater gemachtes Bento und ein Bento ohne Reis wäre mehr als merkwürdig und selbst wenn der fleißige Japaner mal nicht arbeiten geht, war morgens, mittags oder abends irgendwo mindestens ein Reiskorn im Essen. Mein Vorschlag ihr aus Spaß einmal Milchreis zu servieren um ihr zu zeigen was für kranken Scheiß die Deutschen mit Reis anstellen, wurde von meiner Mutter mit einem Gesichtsausdruck des entsetzens abgelehnt. Ansonsten gibt es mal wieder das Standardprogramm für Japaner, mindestens ein Schloß, das Ulmer Fischerviertel und das Münster, und dieses mal krieg ich einen Japaner bis ganz nach oben, und ein deutscher Supermarkt. Da wird unter anderem Senf gekauft, weil wir den hier in Zahnpastatuben verkaufen. Ja, das war wirklich mal die Begründung für den Kauf von Senf. Dann gehts noch nach Freiburg, da man von dort aus schnell und problemlos sowohl in die Schweiz als auch nach Frankreich fahren kann. Länderpunkte sammeln, und wenn es nur einmal über die Grenze und zurück wäre, würde völlig ausreichen, denn in Japan kann man eben nicht mal so mit dem Auto ins Ausland fahren. Aber hier zeigt sich auch mal wieder ein Nachteil des Schengener Abkommens, ohne Grenzkontrollen kein Stempel, und die Japaner lieben Stempel.
Und wer es sich bei der Überschrift nicht schon hat denken können, ich hab den Artikel wirklich nur geschrieben um ein Helge Schneider Video zu zeigen und behaupten zu können es hätte ja etwas mit dem Artikel zu tun:

(Not) Made in Japan

Nachdem wir gestern japanische Lebensmittel hatten, die eigentlich gar nicht japanisch sind, heute tatsächlich japanische Lebensmittel. Aber auch hier wieder mit einem Haken. Welchen? Sie werden nicht in Japan produziert. Dank wirklich toller Großeltern und ihren Care-Paketen gab es bei mir daheim nie einen Mangel an japanischen Süßigkeiten wie Bisco und die Karamellherzen von Glico, von denen kriege ich bis heute nicht genug und ich kann mich immer noch für das Spielzeug begeistern das beim Karamell dabei ist. Nutzlose Information der Tages, mit der Energie eines Karamellherzes kann ein Kleinwüchsiger aka ein Japaner angeblich genau 300 Meter weit laufen, daher auch der Läufer auf der Packung. Heutzutage ist es aber auch in Europa relativ einfach geworden sich mit japanischen Lebensmitteln zu versorgen, komisch wird es nur wenn man sich auf den Verpackungen mal das Herkunftsland genauer anschaut, da steht oft genug was anderes als Japan.
Die Japaner produzieren zwar mehr Reis als sie selber essen können, trotzdem ist der japanische Reis, den man in Deutschland kauft fast immer in den USA angebauter japanischer Reis. Wenn man dann doch mal guten in Japan angebauten japanischen Reis im Laden findet, stolpert man aufgrund des Preises rückwärts wieder raus. Asahi Beer wird für den europäischen Markt seit gut 10 Jahren in Tschechien gebraut und dennoch zu japanischen Preisen verkauft. Und selbst der Snack zum Bier, die Edamame (die hab ich auf Lisas Geburtstag mitgebracht, falls sich jemand erinnert oder sich seit dem fragt was das eigentlich nochmal war) kommen nicht aus dem Land der aufgehenden Sonne sondern aus China. Pocky gibts unter dem Namen Mikado auch in Deutschland, aber die schmecken hier definitiv anders  als die Japanischen. Und die weltbekannte Kikkoman Sojasauce? Die wird seit Jahren in den Niederlanden produziert.
Der Spaß hört aber nicht bei Lebensmitteln auf, Judas Priests Livealbum Unleashed in the East wurde weniger in Tokyo und mehr in Studio aufgenommen. Sollte eher Unleashed in the Studio heißen. Yeah, Random Music Fact.