Durch ständiges wiederholen wird es auch nicht richtig

Bevor ich mich aufrege, erst mal Glückwunsch nach Kiel zum Gewinn der Champions-League, wer zweimal so hinten liegt und Moral beweist und sich wieder herankäpft, hat es am Ende mehr als verdient zu feiern. Aber Omeyer läuft langsam aber sicher Silvio Heinespast den Rang ab als größter Arsch im Handballtor. Er ist ohne Zweifel momentan der beste Torwart der Welt, auch besser als Sterbik und die Wahl von Szmal zum Welthandballer 2009 mehr als merkwürdig, aber man kann sich dann auf dem Platz wohl trotzdem einigermaßen anständig benehmen und ein bischen weniger provozieren, vor allem wenn man weiß wie leicht sich „ich wechsle meine Nationalität wie andere ihre Unterhose“-Rutenka provozieren lässt.

Jetzt aber um einen Bezug zur Überschrift herzustellen zu Bundestrainer Heiner Brand, der am Wochenende gefühlte hundert mal, also eigentlich immer wenn er ein Mikro im Gesicht hatte, gesagt hat, er finde diese ständige Doppelbestrafung aus 7-Meter und Zeitstrafe nicht gut. Die Zeitstrafe ist tatsächlich eine Strafe, soweit so richtig und wenn die Regeln es hergeben, dann muss man die auch geben. Aber der 7-Meter stellt einfach nur die klare Torgelegenheit, die es ohne Foul gegeben hätte, wieder her und wir haben damit keine Doppelbestrafung.

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Der letzte macht das Licht aus

Na ganz toll, jetzt tritt der Bundes-Horst zurück. Nachdem Walter Mixa und Roland Koch dieses Jahr auch schon zurückgetreten sind, bleiben bei dem rapiden Idioten-sterben bald keine Menschen mehr übrig über die ich mich aufregen kann und für einen Berufscholeriker wie mich wäre das schrecklich. Hat der Horst nicht beim Antritt noch gesagt, dass er auch mal unbequem sein möchte, aber dann wenn mal zurecht Kritik aufkommt tritt er gleich zurück, da ihm der öffentliche Respekt vor seinem Amt und ihm selber fehle. Aber eine Idee hab ich noch, Roland Koch hat ja gerade nichts zu tun und der Job von Köhler ist frei, schade nur, dass Köhler evangelisch ist…

Und täglich grüßt das Murmeltier

Und es gab schon wieder ein Perfect Game, mittlerweile das dritte in nur 2 Jahren. So langsam wirds langweilig, trotzdem Gratulation an Doc Halladay und die Phillies. Rein von der Offense sind die ja im Moment das, was die Mariners bis vor 5 Spielen waren. Der 3-Game-Shutout der New York Mets gegen die Phillies war schon recht peinlich, und ohne einen Error der Marlins hätte Halladay seinen Perfecto auch noch in Extra Innings tragen müssen und das hätte einfach nicht gut gehen können. Die Mariners haben übrigens in den letzten 5 Spielen 4 mal mindestens 5 Runs erzielt aber die Reliefer haben grad mal wieder einen Durchhänger und so gibts trotzdem keine Sieg-Serie.

Zahlen lügen nicht

Einer der Gründe wegen denen ich Baseball so faszinierend finde, ist die unglaubliche Masse an Daten und Statistiken die es gibt. Nicht nur die „normalen“ wie Earned run average (ERA) oder den Batting average (AVG), sondern auch die ganzen Sabermetrics-Statistiken wie On-base plus slugging (OPS) oder Walks plus hits per inning pitched (WHIP). Und wenn man sich eben die WHIP anschaut, hat man, wenn man die ganze Liga anschaut mit Fister und Vargas die Plätze 2 und 3, bzw. nur für die American League sogar die beiden Toppositionen mit 0.95 und 0.99. Wenn man jetzt mal Snell/Rowland-Smith ausklammert, besteht der Rest der Starting-Rotation aus Hernandez und Lee, die beide auch überdurchschnittlich gut sind. Außerdem gabs bei Vargas 6 Quality starts (6 oder mehr Innings bei 3 oder weniger Earned runs) in Folge. Und mein Liebling Ichiro führt die Liga an in Hits und Multi-hit games, da fragt man sich dann ernsthaft, warum die Seattle Mariners trotzdem das dritt schlechteste Team der ganzen MLB sind. Und der Grund sind die immer noch unfassbar beschissenen Offensivwerte vom restlichen Team, wobei Mike Sweeney in den letzten Spielen, wenn er denn dabei war auch gut war.

Ganz vergessen, nach 44 Spielen standen die Tampa Bay Rays mit 32-12 so gut da, wie seit 2001 kein Team mehr. Am Ende gab es mit 116-46 einen MLB-Rekord und die bis heute letzte Play-Off Teilnahme für die, wer hätte es gedacht, Seattle Mariners. Ich könnt echt heulen.

Edit: Gibt jetzt doch eine eigene Baseball-Kategorie.

Bad Religion – 30 Years Live

Nach einer halben Ewigkeit gibt es endlich wieder ein Live-Album von Bad Religion, und selbst wenn man Live-Alben nicht mag, bei den Preis kann man nicht meckern. Das Album gibt es nämlich umsonst, alles was man tun muss, ist sich in die Mailing-Liste von Bad Religion eintragen, was sowieso eine gute Idee ist um auf dem laufenden zu bleiben was die Punk-Opas betrifft. Und man bekommt das Album wenn man möchte sogar als FLAC, also verlustfrei. Und die Aufnahme an sich ist auch überraschend gut. Die Songs sind soweit es bei der langen Band-Geschichte und dem Berg an Veröffentlichungen bei „nur“ 17 Songs geht, gut verteilt, man bekommt sowohl Songs von den letzten Alben, wie etwa Los Angeles is Burning (2004) als auch Klassiker wie We’re only gonna die von 1982 und dann sogar noch einen neuen Song (Resist Stance), der wohl auf Album Nummer 15 kommen wird. Der Grund für die Veröffentlichung ist, wer hätte es gedacht, der 30. Geburtstag der Band und auch wenn man ihnen vorwerfen kann, für die unzähligen schlechten Pop-Punk-Bands verantwortlich zu sein, und auch einen ein paar Jahre dauernden Durchhänger gehabt zu haben  ist es trotzdem ein Grund zu feiern und mit dem Album kann man das auch tun.Edit: (Da laut Statistik mehrere Leute auf der Suche nach einer Tracklist hier gelandet sind)

  1. Fuck Armageddon, This Is Hell
  2. Dearly Beloved
  3. Suffer
  4. Man With A Mission
  5. New Dark Ages
  6. Germs Of Perfextion
  7. Marked
  8. A Walk
  9. Flat Earth Society
  10. Resist Stance
  11. American Jesus
  12. Social Suicide
  13. Atheist Peace
  14. Tomorrow
  15. Won’t Somebody
  16. Los Angeles Is Burning
  17. We’re Only Gonna Die

Philip Roth – American Pastoral

In American Pastoral erzählt Philip Roths Alter Ego, der Autor Nathan Zuckerman die Geschichte Seymour Levovs, dem Bruder seines alten Klassenkameraden Jerry, den alle aufgrund seiner Erscheinung nur „the swede“ nennen. In seiner Jugend und Kindheit ist der Sohn eines jüdischen Handschuhproduzenten ein in verschiedenen Sportarten erfolgreicher Athlet und daher auch Idol und Vorbild für Jerry und Nathan. Der Schwede ist attraktiv und sportlich, als er die Fabrik seines Vaters übernimmt, eine Schönheitskönigin heiratet und eine Tochter bekommt, scheint er das perfekte amerikanische Leben zu führen. Doch es kommt alles anders, Mary ist übergewichtig uns stottert und will so gar nicht in die kleine perfekte Welt des Schweden passen. Die Erziehung wird zunehmend schwieriger und Mary immer rebellischer und in ihrem Protest gegen den Vietnam-Krieg auch radikaler. Sie verbringt zunehmend mehr Zeit bei ihren Freunden in New York und ihre Rebellion gegen das System gipfelt in einem Bombenanschlag mit einem Todesopfer, woraufhin Mary untertauchen muss. Daran zerbricht die Welt des Schweden. Er sucht fortan nach seiner Tochter und fragt sich, was er selbst falsch gemacht hat und wie es soweit kommen konnte und auch die Ehe geht dadurch in die Brüche. Während des Romans zeigt sich, das man auch seine engsten Mitmenschen nicht wirklich kennen kann und immer nur soviel von ihrem Wesen erkennt, wie sie selber preisgeben und selbst das ändert sich laufend. Und obwohl der Schwede das Handeln seiner Tochter nicht verstehen kann, so liebt er sie dennoch bedingungslos auch wenn er selber mit am meisten darunter leiden muss.

Darum sagen wir: Auf Wiedersehn. Die Zeit mit euch war wunderschön.

Die Saison in der zweiten Liga Süd ist so gut wie vorbei, das letzte Heimspiel war am Samstag. Zum Spiel selber gibts nicht viel zu sagen, die Leistung was mäßig und Delitzsch klar besser, und wie toll die Idee des Delitzscher Trainers war so kurz vor Schluss bei dem Spielstand eine Auszeit zu nehmen, weiß er selber wohl am besten, hat sich ja auch sofort nach dem Spiel dafür entschuldigt. Die mitgereisten Fans aus Delitzsch waren auch super, wie sowieso alle Fans aus der zweiten Liga die ich die Saison über kennen gelernt habe. Und dann kam das Unvermeidbare, die Spielerverabschiedungen. Beim Wechsel von Michael Hackius verlieren wir nicht nur einen richtig guten Spieler, der immer gute Laune verbreitet hat, sondern auch seine Eltern. Hab selten so nette Eltern kennen gelernt, war immer toll mit ihnen im Fanbus. Mit Hacks Vater konnte man sich auch richtig gut übers Spiel unterhalten, unvergessen wie wir uns im Pokalspiel in Saarlouis über seinen Sohn aufgeregt haben. Da hab ich noch eine furchtbare Saison erwartet und ein Zittern um den Nichtabstieg, kam aber zum Glück ganz anders. Mit dem einstelligen Tabellenplatz würde man sogar die Qualifikation zur eingleisigen Liga schaffen. Abgang Nummer 2 ist unser aller Lieblingsseeräuber Martin Fiedler, und so oft ich mich auch über seine Zeitstrafen aufgeregt habe, sie haben doch immer wieder die eigene Mannschaft wach gerüttelt und dem Gegner gezeigt, wo der Hammer hängt. Und mit Ralle Bader hatte man auch zwei völlig unterschiedliche Spielertypen auf Halbrechts, einmal den kleinen quirligen, der durch die Abwehr tanzt und dann den immer ein wenig grobmotorisch wirkenden Martin mit seiner linken Fackel die auch mal gern aus 10 Metern abging. Nein, elegant wars nicht, aber effektiv. Und zu guter Letzt noch unseren Jimmy Schröter, für den hoffe ich echt, dass es zusammen mit Go bei der SG Ober-/Unterhausen mit ihm wieder aufwärts geht, aber hinter einem tschechischen Nationaltorwart Milos Slaby und einem Maggi Becker der es jetzt auch schon auf einen Einsatz in der Bundesliga für Frisch Auf! Göppingen gebracht hat, war blöderweise einfach kein Platz mehr für Jimmy. Aber danke für den Aufstieg im letzten Jahr und machts gut Jungs. Und nochmal zurück zu Maggis Einsatz in Göppingen, waren zwar nur ein paar Minuten, aber er hat immerhin einen Siebenmeter gehalten und ist damit nach Tim Kneule, Fabian Gutbrodt, Marcel Schliedermann und Micha Thiemann der fünfte Spieler aus der Neuhäuser Jugend, der es zu einem Einsatz in der zweitbesten Liga der Welt (Ich bleib dabei, die Spanier sind in der Spitze besser) gebracht hat.

Und die Staffeleinteilung für die neue dritte Liga ist raus und da es jetzt nicht mehr nur nach Landesverbänden sondern auch nach Geografie geht auch mit ein paar Veränderungen. Wie zu erwarten war sind die Sachsen nicht mehr im Süden und auch die Franken spielen jetzt im Osten (außer Kirchzell aber die gehören handballtechnisch nach Hessen), dafür gibts jetzt die Teams aus dem RPS-Ligabereich in der 3. Liga Süd.

Playin‘ the Nazi Card

Ja, schon wieder die Nazi-Keule, aber dieses mal vom amerikanischen Großmeister Glenn Beck, bzw. eigentlich ein Ausschnitt aus Back in Black mit Lewis Black, einem regelmäßigen Bestandteil der The Daily Show with John Stewart. Lewis Black kann sich einfach so herrlich künstlich aufregen und außerdem trifft es mit Glenn Beck hier einfach mal den Richtigen. Es gibt einfach immer noch zu viele Menschen die alles glauben was so geistige Tiefflieger wie Glenn Beck oder Rush Limbaugh von sich geben.

Frühkindliche Indoktrination

Ja, jetzt kommt die Nazi-Keule, aber ich habe bestimmt nicht den ersten Stein geworfen. Joachim Wanke, Bischof von Erfurt hält die aktuellen Skandale um Gewalt und Missbrauch innerhalb der Kirche für eine Prüfung Gottes, und wenn man sich die Geschichte von Hiob ins Gedächtnis ruft, dann ist die Idee gar nicht so abwegig. Merkwürdige Glaubensprüfungen, bei denen Unschuldige leiden müssen scheinen so eine Art Steckenpferd von Gott zu sein. Aber im Gegensatz zum Rest der Gesellschaft, bei dem so ein Handeln strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht, weiß Wanke wie die Kirchenvertreter „Heilung“ finden, nämlich „durch Reue, Umkehr, durch Bitte um Vergebung vor Gott und denen, die wir durch unser Versagen geschädigt haben.“ Den Staat braucht die Kirche für so etwas nicht. Durch die Kritik an der Kirche von einem seiner Meinung nach aggressiven Atheismus, fühlt er sich sogar wieder wie in alten DDR-Zeiten, denn Kirchenkritik kann es ja nur in einer Diktatur geben, in einem demokratischen Rechtsstaat ist es eine Ungeheuerlichkeit. Einen Klops hat der gute Mann aber noch, denn für den Machterhalt und um in Zukunft Kritik an der Kirche zu verhindern, hat er eine perfekte Lösung, die Kindergärten sollen unbedingt in der Hand der Kirche bleiben und die Kinder somit möglichst früh indoktriniert werden, er nennt sie sogar „Glaubengärten“, und damit hat er den Nazis eins voraus, zum Deutschen Jungvolk/Jungmädelbund kam man erst mit 10, also lange nach dem Kindergarten.

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

Ich wollte euch hier ja eigentlich auch ein paar Filme vorstellen, bin aber bis jetzt nicht dazu gekommen, doch das ändert sich, aber auch hier mit Spoilern, also lesen auf eigene Gefahr. Die Filmfestspiele von Cannes haben wieder begonnen, und da ich den Gewinner von 2007 gerade zum zweiten mal gesehen habe und immer noch schwer beeindruckt bin, habe ich mich für das rumänische Drama 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage von Regisseur Christian Mungiu entschieden. Durchgesetzt hat sich der Film unter anderem auch gegen No Country for Old Men und Persepolis (ja Anna endlich mal anschauen!) zu denen per Gelegenheit auch noch Artikel folgen werden. Der Film spielt im Rumänien Ceauşescus Ende der 80er, um die Bevölkerungzahlen zu steigern sind Verhüttungsmittel verboten und auf Abtreibungen stehen hohe Gefängnisstrafen (also wie in den feuchten Träumen einiger rechter Hohlbrote im heutigen Deutschland). Sollte man doch schwanger werden und das Kind nicht wollen, wird man förmlich in die Hände zwielichtiger Ärzte getrieben, die gegen Bezahlung illegale Abtreibungen vornehmen. In genau diese Situation geraten die beiden Studentinnen Găbiţa und Otilia, denn Găbiţa ist schwanger. Gemeinsam kratzen sie genug Geld zusammen, mieten ein Hotelzimmer und verabreden sich mit Bebe, der die Abtreibung durchführen soll. Dieser ist wenig erfreut als er erfährt, dass die Schwangerschaft nicht wie zunächst behauptet bereits 2 Monate dauert, sondern die namens-gebenden fast 5 Monate, außerdem haben die zwei Frauen auch noch wenig zu wenig Geld dabei. Doch man kann sich anderweitig einigen und Bebe schreitet zur Tat. Da sich Găbiţa bis der Fötus abgestoßen wird nicht bewegen darf und es bis zu 2 Tagen dauern kann, geht Otilia auf eine Familienfeier und lässt Găbiţa alleine zurück. Bebe ist inzwischen längst gegangen und hat den Frauen deutlich gemacht, dass egal was passiert, sie nichts von ihrem treffen erzählen dürfen, da auch ihm eine hohe Haftstrafe droht. Auf der Feier ist Otilia ziemlich unruhig und als sie Găbiţa telefonisch nicht erreichen kann, eilt sie zurück ins Hotel, dort findet sie den Fötus im Bad auf den Fliesen. Angeekelt packt sie ihn ein um ihn zu entsorgen. Als sie danach erneut zum Hotel zurückkehrt steht ein Krankenwagen davor, aber nur wegen einer Schlägerei, nicht wegen Găbiţa. Nach den Erlebnissen des Tages beschließen die Frauen nie wieder über das erlebte zu sprechen. Der Film beeindruckt nicht nur inhaltlich, sondern auch durch seinen Minimalismus. Es gibt kaum Schnitte, die Kamera bleibt auf einen Punkt fokussiert auch wenn sich die Schauspieler aus dem Bild bewegen, das Licht ist sehr spärlich  und Effekte egal welcher Art such man vergeblich. Auch auf Filmmusik wird vollständig verzichtet. Damit bleiben einzig die Schauspieler übrig und die könne in ihren Rollen richtig überzeugen und vermitteln ein sehr bedrückendes Gefühl über das Leben im damaligen Rumänien.