Samantha Power – „A Problem from Hell“

Der vollständige Titel ist „A Problem from Hell“: America and the Age of Genocide, es gibt also einen klaren Schwerpunkt und es werden auch nur Völkermorde im 20. Jahrhundert angesprochen. Es geht auch nicht um Völkermorde in Nordamerika. Es geht um die Unfähigkeit der USA und der Vereinten Nationen Völkermorde zu verhindern. Das ganze fängt an mit dem Völkermord der Türken an den Armeniern, den sich die Türken bis heute schön reden. Es wurde nichts unternommen und die Verantwortlichen nie vor ein Gericht gestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es wenigsten einen Prozess gegen Teile der Verantwortlichen des Völkermordes an den Juden. So richtig wollte aber niemand was dagegen tun, auch die Definition was denn jetzt genau ein Völkermord ist wurde immer wieder angegriffen, denn darunter fallen unter Umständen auch die Rassentrennung in den USA oder die Stolen Generation in Australien und wer will schon gerne eine Völkermordkonvention unterzeichnen und dann selber zur Verantwortung gezogen werden. Daher konnte die Rote Khmer auch ungestört in Kambodscha agieren, als Folge des Vietnamkrieg hätte es politisch auch niemand Überlebt Truppen in die Region zu entsenden, außerdem töteten sie abgesehen von ein paar Franzosen  ja auch nur ihre Landsleute. Es war also eine rein Kambodschanische Angelegenheit aus der sich andere Länder gefälligst heraus halten und die, die es über die Grenzen schafften und von den Gräueln berichteten waren ja als Opfer befangen und daher unglaubwürdig. Saddam Hussein hatte wegen seinem Krieg gegen den ach so bösen Iran sowieso Narrenfreiheit und konnte mit den Kurden machen was er wollte. Ein Eingreifen der USA wurde unter anderem auch von amerikanischen Farmern verhindert, da der Irak einer der Hauptabnehmer von Getreide aus dem mittleren Westen war, es ging um Arbeitsplätze, nicht um Giftgas. In Ruanda wurde dann unter anderem wegen den toten US-Soldaten in Mogadischu nicht eingegriffen, man wollte nicht noch mehr amerikanische Leben in Afrika riskieren. Und wer konnte schon ahnen, dass man ohne moderne Waffen, alleine mit Macheten und Schraubenziehern in der Lage ist 800.000 Menschen zu töten. Nicht zu vergessen, die Opfer haben sich gewehrt, den selben Fehler haben auch die Moslems in Jugoslawien gemacht, denn wer sich wehren kann, der ist nicht nur Opfer sondern auch Täter und Tätern wird nicht geholfen. In Jugoslawien hat sowieso jeder jeden getötet, da hält man sich besser raus. Zu Wort gemeldet haben sich auch wieder nur angebliche Opfer, die entkommen konnten und die übertreiben immer. Das man auf Satellitenbildern erst eine Menschenansammlung in einem Stadion sieht und wenig später die Menschen weg sind, aber in der Nähe frisch umgegrabene Erde zu sehen ist, kann ja viele verschiedene Ursachen habe. Es was immer das gleiche, man kann den Augenzeugen nicht trauen, mit viel Fantasie zählt das nicht als Genozid und wir haben zu wenig Informationen, wollen aber auch keine Zusätzlichen und wir wussten doch von nichts. Die bloße Anwesenheit von Blauhelmen hilft übrigens auch nicht, auch wenn die Bosniaken in Srebrenica blöd genug waren, daran zu glauben. Warum die USA so ungern etwas gegen Völkermorde unternehmen, sieht man an Bill Clinton, kaum einen hat es gestört, als er in Ruanda und Bosnien nichts gemacht hat, als er dann aber im Kosovo endlich mal etwas unternommen hat, wurde er von allen Seiten dafür kritisiert. Nach dem Krieg wurden dann auch prompt von Kosovoalbanern, die jahrelang unterdrückt wurden, ihren Job nicht ausüben durften und Teile ihrer Familie verloren hatten Verbrechen an der Serben verübt und damit war der Beweis erbracht, die sind genauso schlimm. Die Verbrechen will ich nicht schön reden, aber nur weil man kein reines Opfer ist, sondern sich trotz materieller Überlegenheit des Gegners wehrt und später unter dem Schutz von Anderen selbst zum Täter wird, sollte man ihnen nicht von vorne herein Hilfe verweigern. Zum Schluss nochein Zitat von Bertolt Brecht das mich seit der Lektüre beschäftigt, denn offenbar sollte man genau das doch nicht tun.
Daß du dich wehren mußt, wenn du nicht untergehen willst, wirst du doch einsehen.

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